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Egyptology...

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DAS STEMMA DER ALTAGYFTTSCUEN SONNENLITANEI

DES SONDERFORSCHUNGSBEREICHES ORIENTALISTIK

AN DER GEORG-AUGUST-UNIVERSITAT GÖTTINGEN

t Iv. REIHE:'AcYPTEN Grundlegung der Textgeschichte nach der Methode der Textkritik

Band 5

Wolfgang Schenkel

DAS STEMMA DER ALTAGYPTISCHEN SONNENLITANEI Grundlegung der Textgeschichte nach der Methode der Textkritik

.

'i ii

1978

1978

OTTO HARRASSOWITZ

WIESBADEN

OTTO HARRASSOWITZ . 'üüIESBADEN

INHALTSVERZEICHNIS

Seite 0.

Vorwort

Textkritik und Textgeschichte

11

1

Prinzipien der Stemmatik

17

2.1 z. z 2.3 2.4

z.)

Allgemeines

Die EingabeParameter Die Prozedur Neuralgische Punkte' Trial and Error Zweispaltigkeit. Stemma und Realität

Prinzipien einer textgeschichtlichen

5

tqst

IIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek ichenkel, Volfgang: d' )as Stemma der altägYPtischen Sonnenlitanei : Grundlegung !üicbade n : fextgeschichte nach d' Methode d' Textkritik. - l. Aufl. {arrassowitz,1978 (Göninger Orientforschungen lsBN 3-447-01964-5

:

Reihe

Stenmatik

4, Agypten ; Bd. 6)

4.

Die textgeschichtliche SteIlung der Bezeugungen der Sonnenlitanei

4.1

Vorbemerkung

4.2

Erläuterung zur Konstruktion des

4.3

Stemmas d,er NR-Textzeugen Erläuterung zuY Anhängung spätzeitlicher Textzeugen an das Stemma der

der Religions13 - orientalistik mit besonderer Berücksichtigung Diese Arbeit ist in sonderforschmgsbereich universität Göttingen, entstanden und rurde auf orients Mittleren ud Vorderen -. des md Kulturgeschichte zur Verfügung unter Veruendung der ihm von der Deutrchen Forxhmgsgemeinschaft

rine Veranlassug gestellten

Minel gedruckt.

@ottoHarrassowirz,wiesbadenlgT8.AlleRechtevorbehalten.Photomechanischeudphotographirhe & Co" Göttingen' Gtnchmigung des Verlages' Gesamtherstellung: Hubert üAa.rg"U. ""r.it "urdtü"kli"h"' Printed in GermmY.

NR-Textzeugen

4.4

17 II

20 23 26

5Z

40

40 40

ot

Textgeschichtliche SchIußfolgerungen

65

Reqister

70

,

o.

voRwoRT

Titel und, wie man sehen wird' rnhalt dieser kaum einen Arbeit haben, vordergründig betrachtet' SonderforschungsBerührungspunkt mit der Thematik des sie erscheint' bereiches, in d'essen Publikationsreihe Anliegen dieses Schon gar nicht scheint das spezielle die Untersuchung Sonderforschungsbereiches betroffen,

Dennoch hat des vorderorientalischen Synkretismus' die Arbeit ihren "Sitz" in der Synkretismusforschung' sei hier kurz umrissen' In welcher Weise dies zutrifft' rnit dem Ziel' die weniger in apologetischer Absicht als der problematik eines bestimmten empirischen Ansatzes Synkretismusforschung offen zu legen'

grob 9eSynkretistische Prozesse bestehen' systemsagt, in der irgendwie gearteten Einfügung fremderElementeineinSystem.Nunbildendiein der sofern einem Text ausgesprochenen Sachverhalte' TexteinengeordnetenGedankengangenthält,einen nicht selbst schon ein Zusamrnenhang, der' \^renn er als Ausschnitt eines System darstellt, jedenfalls diesen beiden VoraussetzunSystems gelten darf' Unter Varianten zwischen den Begen steht zu erwarten' daß äberlieferten Textes zeugungen eines mehr als einmal Promitunter das Ergebnis eines synkretistischen zesses dokumentieren'

DiesetwaistdasKonzept'aufdem-noch wie die von B' Altenunausgesprochen - eine Arbeit

Vor\^tort

ö

mtiller zum Synkretismus in den sargtexten be'uhti ' Ablesbar ist das vor allem am Hauptteil B dieser Arbeit' Hauptteil A - Einzeluntersuchungen der Götter - ist eiunter Bene Darstellung des Pantheons der Sargtexte Hauptrücksichtigung auch der Fragen des Synkretismus' teil B - Merkmallisten - dagegen enthält ausführliche Verzeichnisse solcher Textvarianten' die sich unter Prozesse Umständen a1s Niederschlag synkretistischer interPretieren Iassen'

des Textzuob die Veränd,erung aus dem Verständnis ob es sich nur um sammenhangs vorgenommen wurde oder Text durch den Versuch handelt, bei einem korrupten auf irgendeine lteise wenigstens die LesEmend.ation

barkeitwiederherzustellen'wennmanschondenGekonnte bzw' wenn dankengang nicht wiederherstellen neuen Gedankengang man dem Text einen überzeugenden Das Problem unterzuschieben nicht in der Lage war' steIlt sich bei den von B' Altenmü1ler vorgelegten der Materialien zumal bei der Liste der Varianten dort cötternamen'. Man hat den Eindruck' daß die nützlichen zusammengetragenen - in jedem Fal1e Materialien mehr lVert haben für eine Systematik synkreder Textverderbnisse als für die Bestimmung in der tistischer Prozesse' - Dieses Problem kommt Es muß vorliegenden Arbeit nicht mehr zur Sprache' dahermitdiesenwenigenBemerkungenhierseinBe1

Bei dem Versuch der Auswertung derartiger Textvarianten stößt man auf zwei Probleme ' auf d'eren Lösung der Fortgang der Untersuchungen angewiesen IE9.

1. das Problem der Entscheidung, ob eine Textvarlante einen Sinn hat oder nicht; und 2. das Problem der Entscheidung, welche der Textversijüngere' onen die ältere ist und welche die Zu - - Ilan muß zwischen sinnvollen Textverunterscheiänderungen und sinnlosen Textverderbnissen gewordene den können. Durch Verderbnisse unverständlich wertlos; Texte sind für den Zweck selbstverständtich erdieser Befund Iäßt sich im allgemeinen auch leicht auch - ein heben. Relativ einfach zu erkennen dürften anderes Extrem - eingreifende Textüberarbeitungen (Redaktionen) seini diese sind dann von besonderem Mj-tte' Interesse. Das eigentliche Problem liegt in der minder bei Detailänderungen nämlich' die mehr oder zu klären' sinnvoll erscheinen' Hier ist stets die Frage 1

wenden haben.

his-. Zu 2. - Versteht man Synkretismus als von Texttorischen Prozeßr so ist bei der Auswertung zu wissen' welvarianten von entscheidender Bedeutung zu einem älteren che der Lesarten die ä1tere ist' also die jüngere ist' also System gehören kann, und welche di-eser Stelle eventuell ein jüngeres System belegt' An dem Versuch' nun setzt die vorliegende Arbeit ein mit Textkritik für die Rekonstruktion der

die Methode der zumachen' Geschichte altägyptischer Texte fruchtbar geschilderte ProDie Arbeit behandelt noch nicht das 1 Altenmüller, op' cit'

1 S. Altenmüller, Wiesbaden 1975.

Synkretismus

ln

den Sargtexten' GoF IV 7'

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24'7

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25O'

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Vorwort

blem der Synkretismusforschung, sie ftihrt aber bis zu einem Punkt, von dem aus die Beurteilung von Textvarianten für die Synkretismusforschung möglich sein

wird. Die Auswahl des Textes der Sonnenlitanei als Experimentierfeld ist einigermaßen zufällig. Nicht zuletzt spielt aber eine Rolle, daß der Text relativ lang ist und in zahlreichen Niederschriften vorliegt' Zudem vereinfacht die hier gesicherte chronologische Abfolge der Bezeugungen die Durchführung im einzelnen. Schtießtich und endlich tiegt das Material in einer zuverlässigen Edition bequem zur Hand' AlI dies zusammen ergibt eine günstige Basis für die untersuchung des zusammenhangs zwischen Textvarianten und Textgeschichte. Es besteht, um dies ausdrücklich zu sagen, nicht der Verdacht, daß sich in der Textgeschichte der Sonnenlitanei synkretistische Prozesse abzeichnen, wenngleich dies nicht grundsätzlich ausgeschlossen sei. Abschließend sei einer angenehmen Dankespflicht nachgekommen. Die Ausarbeitung des folgenden Textes wurde gefördert durch Diskussionen im Agyptologischen Seminar und im Sonderforschungsbereich 13' Göttingen, von deren Mitgliedern ich hier namentlich Ernst Kausen' Ursula Rößler-Köhler und Bernd Sledzianowski nennen

1.

TEXTKRITIK UND TEXTGESCHICHTE

Zwei mögtiche Verhaltensweisen des Philologen einer mehrfachen Bezeugung eines Textes gegenüber sind diese: - er kann die Textzeugen dazu benuLzen' einen dem ursprünglichen Wortlaut des Textes möglichst nahe kommenden Text zu rekonstruiereni - er kann die Textzeugen dazu benutzen' die Geschichte des Textes, d. h. die Verzweigungen und Etappen der Umgestaltung des Textes im Laufe einer lebendigen Überlief erung auf zudecken'

Beide Fragestellungen können unter Ums!änden an ein und dasselbe Material herangetragen werdeni es um zu muß dies aber nicht der Fall sein' So haben' exemplifizieren, die beiden Fragestellungen in der klassischen Philologie unterschiedliche objektbereiche1. Der Großteil der Handschriften' aus denen der wortlaut der klassischen Texte zurückgewonnen werden kann, stammt aus einer Zett, in der die lebendige $nKopiverwandlung der Texte längst durch mechanische stellt stentätigkeit abgelöst worden war' Demgemäß sich als primäre Aufgabe der Versuch der rnö91ichst weit-

möchte.

Göttilgen, im März 1978

Wolfgang Schenkel

Vgl. K. Büchner, ln: H' Ilunger u' a' ' Die Textüberlieferung derantikenLiteraturundderBibel,München1975(erste antiken und Ausgabe: Geschichte der Textüberlieferunq der 312 - 3I5; S' 196I) Zürich I, r,iteratur mittelalterlichen ' 2I4' 209 S' cit' op' Hunger, H. in: H. Erbse, '

lz

rextKrl-E].K

UIIcr IextgesollturlEe

ursprünglichen I'üortlautes durch möglichste Eliminierung der durch die nach-antiken Kopisten verursachten Entstellungen' Die Produkte der Kopisten besitzen in diesem Zusammenhang keinen Elgenwert. Die Textgeschichte andererseits' d. h. die lebendige Tradierung des Textes in der Antike, muß aufgrund der spärlichen Zeugnisse rekonstruiert werden, die aus dem Altertum direkt übergrundsätzlich kommen sind- Jedes Zeugnis hat hier insofern Eigenwert, als es eine Etappe oder einen Zweig der Bewahrung und Entwicktung eines Textes in einer lebendigen Tradition belegen kann' Die die SpärlJ-chkej-t der Überlieferung gibt Einblicke in Textgeschichte, erlaubt aber ihres geringen Umfangs wegen nicht in ausreichendem Umfang die Rekonstruktion des ursprünglichen Wortlautes der Werke'

gehend.en Rückgewinnung des

Anders oft in Agypten' Hier sind uns Textzeugen in hohem Umfang aus der Zeit erhalten' in der die Texte in lebendiger Überlieferung standen' Dies gi-lt zumal ftir die religiösen Texte' Als schlagendstes Beispiel seien die Pyramidentexte genannt' deren Textteile in jahrtausendelangem Gebrauch standen'' Ein kanonischer Text hat sich nie herausgebildet' Trotzdem bleibt die Substanz der Textabschnitte im wesentlichen erhalten, woraus man das Recht ableiten kann' sie als dieselben Texte za beze:chnen' fnteressanter als d.ie Rekonstruktion eines originals ist hier das Studium der Textgeschichte, die sich direkt an eaner

T. G. Allen, Occurencies of Pyramid Texts' Chicago 195o.

SAOC 27

'

\^/enn man FüIIe von Textzeugen ablesen läßt1 ' Selbst sich nur für den ursprünglichen Wortlaut interessieren grundverwürde, wäre die Situation in diesem Falle In den schieden von der der klassischen Philologie' vorzügliche TextPyramiden des Alten Reiches hat man geringe Ausnahmen fassungen, die bis auf verschwindend ab und an kann dem Original gleich kommen; lediglich die auf man aufgrund der späteren Überlieferün$r Texte zuVorlagen der in den Pyramiden angebrachten gewinnen als den rückgehen muß, einen besseren Text in den PYramiclen belegtenz '

Zur Lösung der erstgenannten Aufgabe haben die die ätteren Philologien, zumal die klassische' eine neutestamenttiche und die mittelalterliche' AufMethode entwickett, die sog' Textkrj-tik' deren (Origabe eben die "Herstetlung eines dem Autograph ginal) möglichst nahekommenden Textes"" ist'

EineinihrerEffektivitätundGültigkeitverglbichbare Methode zur Lösunq der zweiten Aufgabe ist gewiß teildagegen bis jetzt nicht entwickelt worden' weise, wj-e etwa in der klassi-schen Philologie' v/egen der besonderen schwierigkeit des objektbereichs, sicher

1

B. Sledzianowski, Textkritische und überlieferungsgeschichtliche untersuchungen zu den Pyramidentexten der unaspyramide Hausarbeit zur Erlangung des (Sprüche 226-243). S"fttiftliche Philosophischen Faku1tät der Artium Titels eines Magisters Göttingen 1976 (unGöttingen' Georg-Aug,',"t-u,'i'""tsität der veröffentlicht ) .

2

sledzianowski, op. cit' (Anm' 1) ' s' 40-44' 3l'"ip'ig lg57 (ß60) s' P. Maas, Textkritj-k, '

3

5'

t.t

'r'extkrt-t1k und Textgeschichte

aber auch zum Teil durch die langanhaltende Fixierung der Philologen auf die Rekonstruktion der originale, ein in Anbetracht der hohen Individualität der von den großen äIteren Philologien betreuten Texte durchaus begreifbares Verhalten.

Selbstverständlich kann man die Methode der Textkritik auf altägyptische Texte genau in dem Sinne verwenden, wie sie sich selbst versteht- Es gibt auch genug Texte, zumal die der sog- klassischen Literatur, die ihrer rndividualität hregen so beharidelt werden sollten, und genug derartige Texte, deren Bezeugungslage eine solche Rekonstruktion erforderlich macht'. Aber man kann in Agypten mit Hilfe der Textkritik (genauer gesagt mit dem Recensio genannten Teil der Textkritik; siehe unten) auch einen guten Teil der zweiten Fragestellung beantworten. Die weitgehende Gleichzeitigkeit von Textgeschichte und Textbezeugung bei einer großen Menge von Texten und die Dichte der Bezeugungen vieler solcher Texte, besonders der religiösen Textkorpora, erlauben eine Anwendung des hervorragend entwickelten Instrumentariums der Textkritik, evtl- mit bestimmten, noch zu besprechenden Modifikationen (siehe unten S 3) ' auf die Untersuchung der TextgeschichteMöglichkeit und Notwendigkeit der Anwendung genau dieser Methode - troLz nur rudimentärer Durchführung - klar gesehen von V,t. Helck in den ersten Heften der von ihm herausgegebenen Reihe der Klej-nen ägyptlschen Texte (Der Text der "Lehre Amenemhets I. für seinen Sohn", Wiesbaden 1969; Die Prophezeiung des Nfr.ti' Wiesbaden 1970; Die Lehre des Dw3-$tjj, Wiesbaden 1970); v9I. die Besprechung von W. Schenkel, j.nz OLZ 72 (1977), Sp. 567 - 569.

Textkritik und Textgeschichte Im einzelnen besteht die Textkritik aufeinanderfolgenden Teilenl :

15

aus drei

- der bereits angesprochenen Recensio, d.h. der Feststellung dessen, was a1s überliefert gelten muß oder darf. Dieser Abschnitt enthält a1s Kern die Aufstellung von Baumgraphen (Stemmata), in denen das gegenseitige Verhältnis der Textzeugen erfaßt wird. Aufgrund der Stemmata lassen sich Textverderbni-sse nach bestimmten Regeln teilweise eliminieren. Vüas bestehen bleibt, gilt als überliefert. - der Examinatio, d.h. der Prüfung, ob das nach der Recensio als überliefert Erwiesene als original gelten darf. Dieser Abschnitt behandelt die Auswahl unter Alternativ-Überlieferungen. - der Emendatio, d.h. der Herstellung des Originals aus nichtoriginaler Überlieferung bzw., fa11s das unmöglich ist, der Lokalisierung der Verderbnis. Für die Untersuchung der Textgeschichte ist allein die Recensio von Interesse, und zwat' genau genommen, nur deren erster und wesentlichster Teij t das Verfahren zur Bestimmung der Abhängigkeitsverhältnisse zwischen den Textzeugeni schon nicht mehr, wie Zur Einführung in die Methode der Textkritik geeignet: Encyclopaedia Britannica, 15. Aufl- (1975), s. v. Textual Criticismq; S- Timpanaro, Die Entstehung der Lachmannschen Methode, 'Hamburg L97l (La genesi del metodo del Lachmann, Florenz 1963). Grundleqende Darstellung der Methode: Maas, op. cit. (S. 13, Anm. 3) (im folgenden z. T. wörtlich befolgt). Literatur zu Spezi"alfragen siehe unten-

Textkritik und Textgeschichte

IO

von unten (S 3) noch auszuführen' die Eliminierung Überliefespäteren Textveränderungen und redundanter singularium' eliminatio corung (eliminatio lectionum 1' Jeder Textzeuge hat Eigen\^lert' dicum descrj-ptott *)

Textkri-

Bevor nun die Frage der Anwendung der Aspekte tik auf die Textgeschichte und die besonderen werden der ägyptischen Textgeschichte näher erläutert Teil der Recensio' können, ist der hier zu ver\^Iendende die Stemmatik, genauer zu bestimmen'

2. PRINZIPIEN DER STEMMATIKl 2.1 Allgemeines

Die Stemmatik ist ein (induktives) Aufdekkungsverfahren, mit dessen HiIfe die Abhängigkeitsverhältnisse zwischen den Zeugen eines Textes bestimmt werden können. Sie basiert hauptsächlich auf der Beobachtung von Fehlern, die beim Abschreiben entstehen. Hinzu kommen Feststellungen über den außertextlichen Befund, z. B. das Alter einer Handschrift. Diese Daten sind die Eingabeparameter für eine Prozedur, die mit Hilfe eines Regetsystems einen Baumgraphen (Stemma) erste1lt, in dem das gegenseitige Verhältnis der Textzeugen festgelegt ist. Die Stemmatik Iäßt sich anhand der in der Standard-titeratur gebotenen Darstellungen in etwas stärker formalisierter Weise, wie folgt, beschreiben.

2.2 Die Eingabeparameter a) Fehler. - Die Fehler, die stemmatisähe Folgerungen erlauben, werden Leitfehler (errores significativi) genannt. Praktische Bedeutung haben zwei Arten von Fehlern, die Trennfehler (errores separativi) und die Bindefehler (errores conjunctivi): 1 Maas,

oP. cit. (s' 13, Anm' 3)' S' 6'

Maas

op. cit.,

(S. 13, Anm. 3),

s.

27-3Oivgl.S.5-9 z. T. wörtlich

(die folgende Darstellung schließt sich all,

.

an

Eingabeparameter

PrinziPien der Stemmatljr

18

Zeit - Trennfehler sind solche Fehler' die in der BTextzeugen zwischen einem Textzeugen A und einem nach unserem Wissen über den Stand der Konjekturalkritik in der ZeLL zwlschen A und B - nicht durch Konjektur entfernt worden sein können' Ein Trennfehdes Ier von A gegen B erweist die Nicht-Anhängigkeit Textzeugen B vom Textzeugen A'

gegenüber ei- Bindefehler sind solche Fehler' in die C aller Wahrnem Textzeugen A zwei Textzeugen B und verscheinlichkeit nach nicht unabhängig voneinander gefallen sein können' Ein Bindefehter von B und c C gen A erwej-st die Zusammengehörigkeit von B und gegen A-

b) Textexterne Daten' - Die textexternen Daten alle die Bekönnen vielfältiger Art sein' Es sind dies eines obachtungen, die die gegenseitige Abhängigkeit oder Textzeugen A und eines Textzeugen B äusschließen ist noch erweisen. Eine Systematik solcher Beobachtungen Krinicht ausgearbeitet worden' Am wichtigsten ist das (mit diesem und terium der Verfügbarkeit von Textzeugen nur mit diesem wird unten operiert werden): Text- Ein Textzeuge A kann nicht von einem älteren der Entzeugen B abhängen, wenn B vor und während ,,[ " stehungszeit von A nicht verfügbar sein konnte' ih*,

verGräber, zumat Königsgräber, waren in der Regel schlossen bzw. nur unter Schwierigkeiten zugänglich' Das mühsame Eindringen lohnte sich für Grabräuber vtegen der Grabbeigaben, kaum aber für einen Textbe&lissenen.DieTextewurdenkaumanderltlandenth'orfen, standen also auf Papyrusvorlagen' die außerhalb

19

des Grabes behalten werden und hier verfügbar bleiben konnten. Texte sind ferner im schreibfreudigen Agypten keine Raritäten. Man konnte passende Vorlagen relativ leicht finden. Nur in besonders begründeten FäIlen darf man mit direkten Kopien aus Gräbern rechnen: wenn diese, archäologisch nicht widerlegbar, offen lagen; wenn zweitens ein besonderes fnteresse gerade an den Texten dieses bestimmten Grabes glaubhaft gemacht werden kann. Am ehesten ist mit dem Gelingen eines solchen-Nachweises bei spätzeitlichen "Kopien" zu rechnenr .

Lediglich ein Spezialfall der Verfügbarkeit ist das klassische Kriterium des Alters: - Ein Textzeuge A, der ä1te'r ist als ein Textzeuge kann nicht von B abhängen.

B,

Die Prozedur liefert ein korrektes und eindeutiges Ergebnis unter d.er Voraussetzung, daß textexterne Daten und textinterne Fehler korrekt erhoben sind und ihrer Menge nach ausreichen. Unvollständigkeit der Erhebung bzw. Mangel an Kriterien läßt u. U. die Aufstellung von Teilstemmata zu (zum Sonderfall kontaminierter Texte siehe unten S 2.4).

1

Vgl. hierzu !V. Schenkel, zur Frage der Vorlagen spätzeitli-cher Kopien, in: Fragen an die altägyptische Literatur. Studien zum Gedenken an Eberhard Otto, V'Iiesbaden 1978, s. 4L7 - 44L.

Prinzipien der

20

Prozedur

Stemmatik

und B die Abhängigkeit von einem hypothetischen Textzeugen B anzunehmen:

2.3 Die Prozedur Die Prozedur besteht aus einem Satz von Regeln' Reidessen erste drei Gruppen in der unten angegebenen Vierer-Kombihenfol-ge auf atle möglichen Zweier- und nationenl der Textzeugen und der im Laufe der Prozedur werangesetzten hypothetischen Textzeugen angewandt abschließenden müssen und deren vierte GrupPe einer den Bereinigung redundanter Einträge dient:

a) Gruppe 1:' Regeln zum Ausschluß der Abhängigkeit - Regel 1.1: Zeigt ein Textzeuge A einen Trennfehler gegen einen Textzeugen B, so ist die AbhängigkÖit B von A ausgeschlossen'

vor oder - Regel 1.2: Ist ein Textzeuge A zur Zeit B nicht während der Niederschrift eines Textzeugen verfügbar (noch nicht vorhanden oder wieder unzugänglich), so ist die Abhängigkeit B von A ausge-

B1,/' \ bzw. (in Klammernotation') P(A'B) AB - RegeL 2.22 Ist weder die Abhängigkeit A von B noch die Abhängigkeit B von A ausgeschlossen' so sind A und B ununterscheidbar und durch einen Pseudozeugen AB zu ersetzen: A/B' - Regel 2.3: Ist die Abhängigkeit A von B ausgeschlossen, die Abhängigkeit B von A nicht ausgeschlossen' so spricht bei längeren Texten die Vermutung dafür' daß ein Kriterium ftlr den Ausschluß der Abhängigkeit B von A nicht nur zufä11i9 nicht nachweisbar ist; es kann somit die Abhängigkeit B von A angenofiunen werden:

tB c) Gruppe 3: Regel

b)

A

1

1

Auf qu!

GruPPe 1 und 2' ierkombinationen sind die Regeln der 3 anzuwenden' GruPPe der Regel Viere rkombinationen die Zwe

A (B)

zum Einschieben von hypothetischen

bereits festliegt:

2: Regeln zur Annahme der Abhängigkeit

die - Regel 2.1: Ist die Abhängigkeit A von B und für Abhängigkeit B von A ausgeschlossen' so ist

bzw.

Textzeugen zwischen Textzeugen, deren Abhängigkei't

schlossen. Gruppe

21

Regel 3: Zeigen zwei Textzeugen A und B' die üon einem hypothetischen Textzeugen p abhängen' einen Bindefehler, der zugleich Trennfehler ist' gegen einen Textzeugen C, der ebenfalls von dem hypothein TabelIm folgenden wrrd wegen der besseren Verwendbarkeitder BaumNotation len statt der üblichen zweidimensionalendieser Notation in eigraphen .in. ti"äi*ensionale Abbildung Erklärung der ne Klammernotation benutzt' Um ein abstrakte ohne weiteres anhand sie wird vermeid'en, Klammernota.,o,, ,., die Klammernotaeinsichtiger Beispiele einqeführt' in denen tionnebendievertrautenBaumqlaphengesetztist.

r rva€gu!

rr"rnztpren cretr DtenuoitE.LJ(

tischen Textzeugen B abhängt oder zeigen A und B einen Bindefehter, der nicht Trennfehler ist r z!gleich aber zei-gr. C einen Trennfehler gegen A und B, so hängen A und B von einem gemeinsamen hypothetij-st: schen Vorgänger X'ab, der nicht Vorgänger von C

Regel 4.2: Ein hypothetischer Textzeuge P, unter dem das Stemrna nicht verzweigt, ist zu streichen:

t\

rt I

bzw. B(I'(A,B) 'c)

,,,d\

I

/'-\

d) Gruppe 4: Regeln zur Tilgung redundanter hypothetischer Textzeugen: - Regel 4.1: Ein hypothetischer Textzeuge ist mit y identisch' einem im Stenma benachbarten Textzeugen Textzeugen' wenn sich p , d. h. die von p abhängigen nicht von X- (bzw. den von f, abhängigen Textzeugen) durch Trennfehler unterscheiden' &-

./ /\

ABCD

\o

i--

+ AB,7\\CD 13

NB: Nach Anwendung dieser Regel ist eine Überprüfung der gegenseitigen Relation der nunmehr von einem gemeinsamen Knoten abhängigen Textzeugen nach Regelgruppe 1 und 2 erforderlich' Eine weitere Verzweigung unterhalb dieses Knotens wird erforderlich' sofern es mindestens einen Bindefehler zwischen eiursprünglich von p und einem ursprünglich von ü.

abhängigen Textzeugen gibt'

d.

d,

I

\.

Y,

/\

f,

Ergeben sich Widersprüche in der Bestimmung der Abhängigkeitsverhältnisse, so sind die Eingabeparameter alle oder zum Teil fehlerhaft od'er grundsätz-

lichunbrauchbar.BleibenAbhängigkeitenzwischen

Textzeugen unbestimmt, so sind die Eingabeparameter

unvollständi9.

2.4 Neuralgische Punkte' Trial and Error Nicht jeder Text kann mit Erfolg stemmatisch bearbeitet \^rerden. ob ein Text geeignet ist oder nicht' hängt ab vom Umfang der verfügbaren textexterne'h Daten, von der Länge des Textes und von der Qualität der Abschriften. Von Länge und Qualität besonders dann, wenn aus dem Nicht-Auftreten von Trennfehlern vorlagegeAnnahmen abgeleitet werden' Bei kurzen und betreuen Texten kann das Nicht-Auftreten auf Zufal1 äbruhen. Mit abnehmender Anzahl textexterner Daten' nimmt die nehmender Länge sowie zunehmender Qualität sich somit die Anzahl der Parameter ab' verringern Möglichkeiten der stemma-Konstruktion'

PrinziPien der

24

Ein anderes Problem ist die Festlegung' welche anerkannt Abweichungen zwischen Textzeugen als Fehler eines werden sollen und welche nicht' Die Bewertung nicht Fehlers aIs Trenn- bzw' Bindefehler ergibt sich der automatisch, sondern hängt von der Beurteilung Fähigkeiten und der Arbeitsweise der alten AbschreiFeh- ber ab. Als Trennfehler kann' wie gesagt' nur ein den ler anerkannt \derden, der nach unserem Wissen über Zeit zwischen den Stand der Konjekturalkritik in der betreffendenTextzeugennichtdurchKonjekturentFehler' fernt werden konnte, als Bindefehler nur der nach in den zwei Abschreiber aller Wahrscheinlichkeit nicht unabhängi-g von einander verfallen sein können' HiermußmansichaufdiephilologischeErfahrung stützen.EinesolcheErfahrungistz.B.die,daß Trennfehler anzuAuslassungen durch Homoioteleuta als Konjektur erkennen sind (sie konnten sich kaum durch (sie beseitigen lassen), nicht aber als Bindefehler unterliefen leicht verschiedenen Kopisten unabhängig von einander) '. Grundsätzlich gar nicht oder nur eingeschränkt

die Behandlung verwend.ungsfähig ist die Stemmatik für wie man kontaminierter Textzeugenz. Eine Regel aber' erkennt' gibt es nicht' Man geht

kontaminierte Texte die zu unterzunächst von der Voraussetzung aus' daß sind' Ergeben suchenden Textzeugen nicht kontaminiert sich bei der stemmatischen Rekonstruktion Widersprüche' crc (s' 13' Anm' 3)' s'

1

Maas, oP.

2

Nach der von Maas kodifizierten

rrlar

SterunatLk

Lehre ist sie grundsätzlich

ungeeignet; siehe aber A' Kleinlogel' e;riroräqus 712 (rsGB) ' s' 16 - 79'

Das Stemmaproblem' !n:

I,t

l.

\Jr

aber so kann sich das aus Kontamination erklären oder wurden' daraus, daß Abweichungen als Fehler anerkannt die tatsächlich nicht als Fehler angesehen werden dürfen od,er deren Status problematisch ist, bzw. daraus' Ist Kondaß die textexternen Daten fehlerhaft sind' tamination gesichert, so ist die stemmatische Verarbeitung selbst bei schärfster Restriktion gegenüber der Anwendung der Methode im Fal1 der Kontamination

unterUmständennochzuretten,dannnämlich'wenn der Textzeuge jeweils über längere Strecken einer bestimmten Vorlage folgt' Dann sind alle einheitlicher Vorlage folgenden Teile als Textzeuge herauszulösen Teilen in und unabhängig von anderen Vorlagen folgenden zu brindas Verfahren der Stemmatischen Rekonstruktion gen

1

.

InAnbetrachtderinderErhebungtextexterner

stemDaten und Fehler steckenden Probleme kann eine and Errormatische Rekonstruktion oft nur als Tria} Verfahren durchgeführt werden' Nach einer ursprünglichen Erhebung der Eingabe-Parameter werden StemmaKonstruktion und Korrektur der Eingabe-Parameter so einwandlange in dieser Reihenfolge wiederholt' bis ein freies stemma erzeugt ist bzw. abgebrochen, sobald keine Korrektur der Eingabeparameter mehr möglich eLscheint' die zu einem \^iiderspruchsfreien Stemma führen könnte' abObwohl die Stemma-Konstruktion selbst automatisch Phiganzen läuft, erfordert das gesamLe Verfahren den

t

29'

allq

z. B. sargtexte,

Spruch 355 (cT

rv

184

-

326)

Textzeuge

' ÜberlieferungsBlY; siehe w' s;he;kef, Zur Redaktions- undin: W' Westendorf Sargtexte' geschichte des Spruchs 335a der L7' Kapitel' (Hrsg-), Göttingär Totenbuchstudien' Beiträge zttm s' 39 - 55' 1975' Wiesbaden Göttinger otr"ttifottthungen IV 3' bes. 55.

rrlnzrplen cter stenmatrK lologen, weil nur dieser aus seiner Erfahrung heraus in der Lage ist, eine geeignete und stichhaltige Datenerhebung filr die Festlequng der Eingabe-Parameter durchzuführen.

2.5 ZweLspaltigkeit.

Stemma

und Realität

Viel zur Verwirrung der Philologen, letztendlich aber zur Klärung der Leistungsfähigkeit der stenmatischen Methode hat die Diskussion des B6dierschen Paradoxes beigetragen. Der Mediaevist J' Bädier hatte beobachtet, daß die Stemmata sich in aller

Regel beim Archetypus, dem hypothetischen Textzeugen' d.er das stemma dominiert und der daher dem original am nächsten steht, in zwei Zweige spalten' \rlas so interpretiert werden muß, daß vom Archetypus stets genau zwei Abschriften in erhaltenen Textzeugen ihre spur hinterlassen haben, ein seiner Meinung nach historisch höchst unwahrscheinlicher Befundl ' J' Bädier zog hieraus den Schluß, daß die Methode untauglich sei' Die im Gegenzug versuchte Ehrenrettung der Methode be-

strittteilsdasAusmaßdervonBädierbehaupteten Zweispaltigkeit, teils versuchte sie unter Anerkennung der Beobachtung B6diers Gründe dafür vorzubringen' warum Zweispaltigkeit dominiert' Nachdem A' Kleinlogel in mathematisch fundierter lrleise durch $fiderlegung eine Reihe von unhaltbaren Erklärungsversuchen aufgrund der !{ahrscheinlichkeitsverteilung, darunter den des sonst Reflexions sur 1 J. Bädier, La tradition du Lai de I'ombre' 54 Q928) ' Romania in: textes, anciens les l'art d'äditer 1-1 ö.

IOO

-

Ltt.

hat" hat methodenstarken lvlaas, das Feld bereinigt die Diskussion immerhin einige Erklärungsmöglichkeiten aus erbracht, die das Problem zwar nicht definitiv der Welt schaffen, das Phänomen aber doch in etwa Erläuteunter Kontrolle bringen. Dazu gleich einige rungen. Zunächst jedoch ein lVort zur Voraussetzung solcher Erörterungen, den Befund der Zweispaltigkeit' Zweispaltigkeit vorherrscht' ist in den striteinzelnen philologischen Disziplinen teilweise Philolotig. Ob die Vorherrschaft in al1en großen gien in gleicher Weise zu sichern ist' kann dahingestetlt bleiben' Entscheidend ist im vorliegenden Texte' Hier zusarnmenhang der Befund der ägyptischen Die bisher annun scheint die Lage eindeutig zu sein' ' gesteltten und mir bekannt gewordenen methodisch abzu Zweigesicherten Versuche führen iiberaus häufig des Archespaltigkeit, und zwar nicht nur unterhalb innertypus, sondern generell' Fast alle Verzweigungen Zweispaltigkeit halb des stemmas sind zweispattig' wo Mangel an nicht nachweisbar ist, darf man zufälligen hohe Qualität der Kriterien vermuten (kurzer Text' der ZweispaltigTextzeugen). Da also die Voraussetzung sein scheint' keit bei ägyptischen Texten gegeben zu Philoloist eine Orientierung über die von anderen Agypgien gebotenen Erklärungsmöglichkeiten für die tologie von hohem Interesse' Ob

äqypFolgende Sachverhalte dürften für die tischen Texte relevant sein:

2)' S' 53 - 82; vgl' Kleinlogel, loc. crt' (s' 24, enm' 130 - I42' 1) (s' anm' 15, cit' op. Ti.mpanaro, ' s'

auch

vrlnzapaen qer

Stema unct Kear1Eat

DEelnmacaK

a) Durch die Methode ist den Philologen die Suche nach Bindefehlern aufgegeben. Bleibt an irgendeiner Stelle Mehr-als-zwei-Spaltigkeit stehen, so kann dies entweder darauf beruhen, daß tatsächlich keine Bindefehler vorliegen, oder aber darauf, daß der Philologe die Suche nach Bindefehlern zu frtih aufgegeben hat. Es wird daher stets das Bemühen des Philologen sein, einen Bindefehter zu finden, wobei er unter dem Zwang der Selbstversicherung unter Umständen bereit ist, eine Abweichung als Bindefehler anzuerkennen, die unter Anlegung eines strengen Maßstabs nicht hätte anerkannt werden dürfen. b) Die Stemmata geben in verschiedener Hinsicht kein getreues Bild der Realität. Generell gilt: wird nur eine einzige Abschrift von einer Vorlage hergestel'It und ist diese Abschrift nicht erhalten, so erscheint sie nicht im Stemma, und zwar auch dann nicht' wenn auf diese Abschrift erhaltene Textzeugen zurtickgehen. Mit anderen lvorten: jede verbindungslinie zwischen zwei Ihoten des stemmas kann im "realen Baum" einer Fo19e von Verbindungslinien entsprechen' z' B' kann

sein. Dies nur zur allgemeinen Chrakterisierung

(Es ist Unterschieds zwischen Stemma und realem Baum' dies ein Punkt, der bei der Beurteilung der Häufigkeit der verschiedenen Verzweigungstypen von Belang ist' die da durch den Ausfall "einspaltiger" Verzweigungen

statistischeVerteilungderverschiedenenVerzweigungsDem soll typen entscheidend beeinträchtigt sein kann' hier nicht nachgegangen werden) ' FiircliespezielleFragederZweispaltigkeit

ist folgende Divergenz zwLschen steruna und realem ein und derselben Baum aufschlußreich: Werden von B' C Vorlage p nacheinander drei Abschriften A' zwischen der genommen, die Vorlage aber in der Zeit entAbschrift A und der Abschrift B verändert' so steht der Eindruck, als ob eine Zwischenabschrift ü" Fortbestehen bestanden hätte' Statt eines realen' das abbildenden einer Handschrift in der Zeit korrekt Baumes

I

A

B

wird als

in der Realität A I

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B

des

Stemma

angesetzt P

/\" /\

Stemma

Prinzipien der Stemmatik

30

Eine solche Veränderung einer Handschrift kann unterschiedliche Ursachen haben, so vor al-Iem: Korrektur unter Heranziehung einer anderen Handschrift (Ko11ation); Korrektur nach Einsicht eines Bearbeiters; Adaptation filr eine neue Verwendungi mechanische Beschädigung. Vermutlich darf man für Agypten weniger an Kollation und Korrektur denken - beides ist nicht auszuschließen - als an Adaptation und Beschädigung.

'

) Aus den ägyptischen Texten treten zl^/eiGruppen heraus: solche, d.ie verhältnisnäßig selten abgeschrieben worden sein dürften (2. B. die unten zu behandelnden Texte), und solche, die in Massenproduktion vervielfältigt wurden (2. B. das Totenbuch bzw. seine redaktionellen Untereinheiten) . c

Im Falle der massenweise vervielfältigten Texte könnten die zufäItig erhaltenen Textzeugen über d'ie Zweige eines ziemlich ausufernden realen Baumes gestreut sein, m. a. w.: mit großer Wahrscheinlichkeit führt der Inieg vom Archetypus zu jedem erhaltenen Textzeugen über eine Folge von Etappen der Textveränderung, die von dem lrleg zu jedem anderen erhalten Textzeugen an mehr als einer Stelle verschieden ist.

Falle selten abgeschriebener Texte Iäßt sich die Zweispaltigkeit u. U. historisch begreifen. Texte wie die Sonnenlitanei werden in der 19. und 20. Dynastie fast nur alle Regierungszeiten einmal für das Königsgrab benötigt- Es ist anzunehmen, daß man sich jedesmal dann und fast nur dann, wenn die Anbringung des Textes in einem Grab akut wurde,$ Gedanken darüber machte, in welcher Gestalt der Doch auch im

und Realität

31

Text an den Grabwänden stehen sollte' Man konnte z' B' mit ins Grab 1 ) einen vorhandenen Text unverändert nehmen und dort abschreiben' 2) Man konnte von einem vorhandenen Text eine Abschrift - evtl. mit neuer, ftir das Grab besser geeigneter Zeileneinteilung - anfertigen. 3) Man konnte einen vorhandenen Text überarbeiten .und dann entweder diese ilberarbeitete Fassung selbst oder eine Abschrift davon ins Grab bringen. Lösung 1 ) ist unwahrscheinlich, weil für ein Königsgrab zu "billig". Zu Mehr-als-zwei-Spaltigkeit würde jedoch auch 1)nurdannführen,\^TennwiederholteinunddieselbeVorlage (bzw. eine fehlerfreie Abschrift hiervon) in ein neues Grab mitgenommen worden wäre' Dasselbe gilt für FatI 2): Mehr-a1s-zwei-Spaltigkeit entsteht nur dann' wennwiederholteinunddieselbeVorlage(bzw.eine fehlerfreie Abschrift hiervqn) abgeschrieben wurde' Dies ist z. B. dann nicht der Fall - eine historisch nicht unwahrscheinliche Lösung -, wenn man eher zu einer neueren Kopie des Textes (etwa der für die Grabanlage des Vorgängers benutzten) griff als zu einer äIteren; eine Abschrift würde in diesem Fa1le zweimal kopiert: einmal in einem Grab und das zweite Mal in die Vorlage für ein weiteres Grab' FaIl 3) - historisch möglicherweise annehmbar - führt, wie oben b) dargestellt, aus Gründen der Methode zu Zweispaltigkeit' Welche Wege im einzelnen tatsächlich eingeschlagen r^/urden, muß dahingestetlt bleiben' Die alternativen weitLösungen zeigen jedenfalls, daß vollständige oder intergehende Zweispaltigkeit der Stemmata historisch pretiert werden kann'

rexEg

3. PRINZIPIEN EINER

TEXTGESCHICHTLICHEN STEMMATIK

Für die Textgeschichte besitzt jeder Textzeuge Eigenwert. Weichen zwei Textzeugen von einander abi so braucht bei keinem der beiden ein Fehler vorzuliegen. Vielmehr können beide Lesarten sprachlich korrekt und textlich sinnvoll sein. Beide müssen dann als Zeugnisse für eine Etappe der Textentwicklung akzeptiert werden. Ihr Verhältnis zu einem Original ist hier irrelevant. Die klassj-che Stemma-Konstruktion, wie sie in S 2 dargestellt ist, bestimrnt - textexterne Daten außer acht gelassen - die Abhängigkeit zwischen Textzeugen ausschließtich nach dem Kriterium des Leitfehlers, ein Kriterium, das nicht einfach durch ein Kriterium der bloßen Differenz ersetzt werden kann' Leitfehler sind so definiert, daß immer der korrekte Textzeuge dem Original näher steht als der fehlerhafte TextTextzeuge und damit stemmatisch den fehlerhaften zeugen im Stemrna dominiert (d' h' über ihm steht) ' Infolgedessen kann aus Leitfehlern die Hierachie von Textzeugen im Stemma bestimmt werden' Demgegenüber ist die Differenz zwlschen zwei im beschriebenen Sinn korrektenTextzeugennichtohneweiteresalsKriteiium für das relative Alter brauchbar' Anstelle eines Leitfehlers sind sie verwendbar dann und nur dann' wenn die Umformulierung nach allem' was man vom altägyptischen Denken weiß, nur in einer bestimmten fatlweise Ricfirtung verlaufen sein kann' Z' B' kann es

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!i()rr'LL;lr Lr J-urrg

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Lctlulro u!^

als die älteangebracht sein, die lectio difficilior re anzusetzent so' wenn neben einer individuellen' offensichtlich im Laufe der Textgeschichte unverständlich gewordenen Formulierung eine banale Wendung steht, die als Korrekturversuch eingeschätzt werden kann . 1

Die Fehler der klassischen Textkritik sind' genau genonmen, nichts weiter als ein Spezialfall' wenn auch durch die Häufigkeit des Auftretens der Normalfall, der richtungsbestimmten Differenz' An sich sollte man also anstelle des Begriffes Fehler den umfassenderen Begriff der richtungsbestimmten Differenz setzen. Da aber nach wie vor der Fehler die typische richtungsbestimmte Differenz ist, soll die Bezeichnung Fehler hier weiterverwendet werden' mit der Maßgabe jedoch, daß unter Fehler jede richtungsbestimmte Differenz fätlt' Das Vfort "Differenz" wird im folgenden nur noch für die richtungsneutrale Differenz verwendet. Theoretisch ist es ohne Einschränkungen möglich, textgeschichtliche Stemrnata mit Hilfe von Leitfehlernnachderk}assischenProzed'uraufzustellen. In der Praxis sieht es bisweilen anders aus' Das' Angebot an Leitfehlern ist bei den in tebendlger Tradition stehenden altägyptischen Texten oft zu gering. Die Anzahl der Differenzen dagegen kann leicht auf das Mehrfache der Leitfehler kommen' I

3e und 4c' Textlpt ls:t in CT fIschwerlich einwandeiner ienen cir, zeugen BlBo und freien Formulierung, die u' a' die wörter bpr und Jtn'w enthäIt, in den anderen Textzeugen'

Z. B.

d.as banale

s4

'lextgeschrchtll-che Sterunatik

In Anbetracht der fallweise anzutreffenden Schwierigkeit, Leitfehler in hinreicbendem Umfang zu finden, wäre es für die Stemmakonstruktion mit textgeschichtlicher Zielrichtung ideal' \^/enn man auf d'ie zahlreichen bloßen Differenzen zurückgreifen könnte' Tatsäch}ichistes-miteinerkleinenEinschränkungmöglich, die klassischen Stemmata ohne Zuhilfenahme des Kriteriums Leitfehler al1ein mit Hilfe des Kriteriums Differenz zu konstruieren' Hierfür ist zweier1ei erforderlich: erstens eine Präzisierung des Kriteriums der Differenz und zweitens eine Erweiterung der Regelgruppe 2 der in $ 2 beschriebenen klassiLeitschen Prozedur um eine Regel, die weder von fehlern noch von textexternen Daten abhängt' Leitdifferenzen' - Differenzer'' die stemrnatische Folgerungen erlauben, seien Leitdifferenzen genannt. Analog zu den Leitfehlern können zwei Typen von Leitdifferenzen aufgestellt werden, Trenndifferenzen und Bindedifferenzen:

in - Trenndifferenzen sind solche Differenzen' die derZeitzwischeneinemTextzeugenAundeinemTextzeugen B - nach unserem Wissen über die Formulierungsprozesse in der Zeit zwischen A und B - nicht durch Rückformulierung entfernt worden sein können' Eine Trenndifferenz von A und B ist eine Voraussetzung dafür, daß eine der Formulierungen' entweder die Formulierung von A oder die Formulierung von B, als zu einem bestimmten Zeitpunkt aus der jeweils anderen Formulierung durch Umformulieren entstandenen angesetzt werden kann'

rf,

Textgeschichtliche Stemmatl-K

Differenzen' die eine - Bindedifferenzen sind solche die gegenüber einem TextUmformulierung darstellen' B und' C aller Wahrzeugen A in zwei Textzeugen voneinander scheinlichkeit nach nicht unabhängig von B entstanden sein kann' Eine Bindedifferenz daß dafürr und C gegen A ist eine Voraussetzung die Formulierung eine der Formulierungen' entweder von A als zu von B und C oder die Formulierung aus der jeweils anderen einem bestimmten Zeitpunkt entstanden angeFormulierung durch Umformulierung

setzt werden kann' die

Da definitionsgemäß bei Leitdifferenzen nicht Richtung des verraufs des Formulierungsprozesses und "Vorbekannt ist, kann zwischen Rückformulierung BindeTrenn- bzw' wärts,,-Formulierung, wie sie den nicht unterschieden differenzen zugeschrieben wurden, in Rechnung zu werden. Da stets beide Richtungen nur solche stellen sind, können als Leitdifferenzen die gleichzeitig Trenn- und Binde-

Differenzen gerten, differenzen sind'

von $2ist Regel 2'4' - Die Regetgruppe 2 um folgende Regel zu erweitern:

B derart' Gibt es eine Leitdifferenz A gegen mit einem daß B an der betreffenden SteIIe nicht von weiteren Textzeugen C geht' der A und A oder B abhängig ist, gleichzeitig Leitdlfferenz B an einer anderen Stelle eine an keiner anderen gegen C haben, aber A und C B haben' so Stetle eine Leitdifferenz gegen Vermutung spricht bei längeren Texten die Leitdafür, daß B im Falle der erstgenannten

-#

'IeXCg()5Utt.LUIIL!!urrE

Textge

JO

der Auswahl von Textzeugen bestimmt wird' Im Falle Stemma die UnabhängigLesarten gitt dies: Bezeugt das

differenz gegen A den ursprünglichen Text hat' also im Stemma A dominiert:

B

A

korrekt' Wie Regel 2-3 funktioniert die Regel nur dann die als wenn die Länge des Textes garantiert' daß fehlende Leitdifferenz nicht nur Kriterium benutzte zufä1lig nicht auftritt'

Grundsätzlich nicht konstruierbar ist die oberste Verzweigung eines Stemnas' wenn an dieser

SteltenurzweiTeilstemmata'vondenendaseine verdurch A, das andere durch B dominiert sei ' zur. wie ihn einigung anstehen. Da ein dritter Textzeuge C' die Regel fordert, nicht mehr zur Verfügung steht' A' bleibt offen' ob A B dominiert oder umgekehrt B Dieser Sachverhalt erinnert an die UnfähigkeitderTextkritikrdieoriginaleLesungeines wo Textes aus dem Stemma in dem Fall zu bestimmen' ist'' das stemma uncerhalb des Archetypus zweispattig die Auswahl von Das ist kein Zufall' Das Kriterium für KriteLesarten besitzt enge Verwandtschaft mit dem rium, nach dem gemäß Regel 2'4 dLe Dependenz zwischen 1

1

Mads, oP.

e Lsrlul4srrr

schicht tiche Sternmat ik

cit' (S' 13' Anm' 3)' s'

B'

keitzweierTextzeugengegenübereinemeinzelnen Lesart die dem Original Textzeugien, so ist diejenige in den beiden näher stehende' die übereinstimmend steht' Die dem voneinander unabhängigen Textzeugen rückt irn Sternma eine Original näher stehende Lesart Lesart der Vorlage SLufe höher' Sie gitt als die allervonihrabhängigenTextzeugen.lmFalleder 2'4 qiJ.i- dies: Die UnStemma-Konstruktion nach Regel gegenüber einem einzelabhängigkeit zweier Textzeugen Der durch einen nen wird hypothetisch angenonmen' in einer Lesart gestützte unabhängigen Textzeugen dem nicht in dieser weise Textzeuge rückt gegenüber Stufe näher an das origestützten Textzeugen um eine Textzeuge' (Auf dem ginal heran als der vereinzelte 4'2 beschriebene gleichen Prinzip beruht die unter S den Differenzenin Bestimmung von Individual-Lesarten der Bestinmung der oriIisten). Beide Verfahren' das nach ginalen Lesart und das der Stemma-Konstruktionder dieselbe Eigenschaft Regel 2.4 nuEzen ein und stets einseitige Verzweigunq Stemmata aus, nämlich die Verzweigung von oben (in der üblichen Darstellungsweise unten nach oben) ' i nach unten, nicht aber von erforderlichen Die bei der Stemma-Konstruktion als bestätigt' sofern hypothetischen Annahmen gelten an den Textzeugen festsich aus der Gesamtmenge der widersprüchlichen stellbaren r'eitdif ferenzen keine Die Stemmakonstruktion Dependenzen ableiten lassen' schon notwendig dann nach RegeL 2'4 ist also nicht je nach Verzweigungstyp unterabgeschrossen , wenn, alle erhaltenen halb des Archetypus' entweder

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rcÄLggsurlJ.urlLJ-rullc

Dl

Textzeugen in ein einziges Stemma oder in zwei Teilbis stemmata eingeordnet sind' Ist die Konstruktion zu diesem Punkt gelangt' so muß stets noch überprüft rderden, ob die bis dahin für die Stemma-Konstruktion widersprüchnoqh ni-cht verwendeten Leitdifferenzen zu

lichen Teillösungen filhren können' Ergibt sich auch als be)e1zt kein Widerspruch' so kann das Stemma stätigt gelten.

mögDa sich nur einige vrenige der theoretisch lichen hypothetischen Annahmen bei der Stemma-Konstruktion bewähren können, enpfiehlt es sich in der Praxis' das Regelsystem nicht zur tatsächlichen Konstruktion eines Stenmas zu verwenden, sondern nur zur Überprü-

fung mittels Nachkonstruktion eines auf praktikablere Weise entworfenen Stenmas' Man ordnet die Leitdifweferenzen nach der Anzahl der Textzeugen' die die die niger oft bezeugte Lesart bieten: Differenzen' auf einer Seite durch 2,3"" n Textzeugen bezeugt sind. Innerhalb dieser Gruppe ordnet man die Differenzen jeweils nach den Textzeugen: z' B' Differenzen' Textdie zwei Textzeugen betreffen' danach' ob sie die D oder die zeugen A und B oder die Textzeugen C und betreffen' Lesarten' die nur Textzeugen E und F, d'urch eivon einer Teilmenge te,s], fc,n), ... einer neanderel,esartbestimmtenMengevonTextzeugen unten im fA,B,CrD...] bezeugt sind, verzweigen weiter enthalten sind' M' a' Stemma als die Menge, in der sie nach zunehmenW. die Textzeugen werden auf diese Weise der Diversifikation geordnet' Diese Diversifikation läßt sich in Form eines Stemmas darstellen'

formulierten Regel 2'4 macht die in $ 1 und 2 In zwei Fällen klassischen RegeIn nj-cht überflüssig' zurückgreifen: muß man auf diese Regeln stets Knotens des - Bei der Konstruktion des obersten zwei Textzeugen anstehen Stemmas, sofern hier nur (wie oben dargesteltt) ' Hier ist der Rilckgriff klassischen auf Leitfehler und die Anwendung der RegeIn unvermeidlich' Verzweigungen' - Bei der Konstruktion der untersten Textsofern der in Regel 2'4 als A bezeichnete als B bezeichneten' erzeuge nicht von einem' dort sondern von haltenen Textzeugen abhängen kann' der p genannt einem nicht erhaltenen Textzeugen' muß eine Versei, abhängen muß' In diesem FalI von Regel zweigung p (x,Y) bereits vor Anvtendung Regeln aus der 2.4 bestirunt worden sein' was mit Bei altägyptiRegelgruppe 1 und 2 möglich ist' die initialen Verzweischem Material lassen sich auf Grund eigungen ohne Rück gxLff auf Leitfehler aufstellen: Bis zum nes textexternen Kriteriums Einzelfall darf man norBeweis des Geqenteils im Textzeugen nicht malerweise annehmen' daß erhaltene abhängen' ' von anderen erhaltenen Textzeugen

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(9

4.

DIE TEXTGESCHICHTLICHE STELLUNG DER DER SONNENLITANEI

BEZEUGUNGEN

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4.1 Vorbemerkung

H

der ungleichmäßigen Verteilung der Beden Pubzeugungen über die Zeit und mit Rücksicht auf likationsstand wird im folgenden die textgeschichtliche Stellung der Bezeugungen der Sonnenlitanei in zwei Etappen entwickelt: Wegen

H H H

IneinererstenEtappewirddiereicheundgutpublizierte Überlieferung des Textes im Neuen Reichl Textzeugen' stemmatisch dargestellt' Die Mehrzahl der wenngleich teilweise durch Zerstörung beeinträchtigt' iibertiefertdenTextaufseinergesamtenLänge. die Anhangsweise wird dann in einer zweiten EtaPPe sPätzeitstemrnatische Relation d,er mir verfügbaren lichen Bezeugungen zu den Bezeugungen des Neuen Reiches bestimmt.

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4.2. ErLäuterungen zur Konstruktion des

Stemmas der

67 r(/,

NR-Textzeugen

x H H H

DieKonstruktiondesinAbb.lgegebenenStemmas basiert auf a) textinternen und b) textexternen Daten' westen Er.ik Hornung' Das Buch der Anbetung des Re im t975-'76' Genf 2-3' Helvetica aäqyptiaca ii[.""tj,

(Sonnen-

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......"..--...

NR-'I'extZeugen

scenma oer Sonnenlrfanel

und Leitdifferenzen zwischen den Textzeugen (Abb. 2-8) '

a) teitfehler

Erhoben werden a1le Textstellen, an denen (mindestens) zwei Lesarten überliefert sind' von denen jede in mindestens zwei Textzeugen überliefert ist' Diese Regelung impliziert den Verzicht auf die Erhe-

bungvonlnd.ividual-Lesarten'solcheLesartenkönnten' sofern sie als Leitfehler (und nicht bloß als Leitdifferenzen) gelten dürfen, zlJr Konstruktion der untersten Verzweigungen des Stemmas herangezogen werden' Die Erjedoch hier umhebung solcher Individual-Fehler wird gangen, da die untersten Verzweigungen genauso sicher' aber auf wesentlich beguemere Weise mit Hilfe von textexternen Befunden konstruiert werden können'

EIIIq.I

tld

Welche Abweichungen zwischen Handschriften als signifikant angesehen werden, hängt grundsätzlich von der Einschätzung der alten Schreiber ab: vom Ausmaß Sorgfalt und des Textverständnisses' das man ihnen

der zutraut. Da die Beurteilung der hier zur Stemma-Konstruktion herangezogenen Abweichungen sich im Rahmen gängiger ägyptologischer Vorstellungen bewegt' soll die - an sich wünschenswerte - Beschreibung und Klassifizierung der jeweils getroffenen Entscheidungen unterbleiben. Es sei auf einen interessanten GrenzfaLL hingewiesen: Entgegen der Erwartung widerspricht die Distribution der beiden Lesarten Db3 und D3 der als Schlüsselwort zu beurteilenden Gottesbezeichnung D(b)3-dmd "Der vereinigte D(b)3" (siehe ebb. 9) an drei Stellen (in Abb' 9 mit Ausrufezeichen markiert) der durch Differenzen-

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un=icher, da als Homoioteleuton bewertbar.

PJ

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-'Unsicher. 4) -'

F.

Zerstört; Raumbedarf etwas größer al-s in der Edition angegeben (E. Hornung, briefIich, hält dies für nöglich).

Abb. 3: Differenzenliste

B

H H H

H

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D

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D

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D

263

D

1.11

*1"-l3d LfJ [rJ sd.t : nsr.E Sdj=s ? ELi'tj ndr.jw z dt'iw

tP : tP.j n gd jj=t , (3)cc-j=f jj.t , s!(.t)=t

1) d * f kann nicht als Leitfehler anerkannt anderen in werd.en, da die Distribution den Differenzenliste C tabellierten Befunden widersPricht' 2) or. Leitdifferenz LroLz Rrv eingestuft' RIV a1s "seltener Zufall" bewertet' tp.j

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o

Anmerkungen

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4) tt'ht jj=f

o natre'

nach phone'tischem Komplement p

""rr-rrrg wahrscheinlich. 'F ul

Abb.4: Differenzenliste

C

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n.0 v)

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o 3 p,t

o H

ul

o Anrnerkungen

"

''

tmaaal

Ga.rarr.t, md. Das hier entscheidende m somit gesichert (Text liest wohl anstelle von Db3-dnd z D3md).

4) ll."h Di-stributio" b zu erwarten am Original riberPrüft werden).

(müßte

o p H

P. cl-

0,

o

P.

Genauer, dm. Das hi-er entscheidende m so-

mit gesichert. ?\

" Nicht oanz sicher zu beurteilen: derzeii restituierbar.

Abb.5: Differenzenliste

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H H H

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37

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#.. spr=f + sqr-t=f

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1...5:^^at:M

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hwt+ hw ddr.t dsr.t ntt.w 3h-w mwt'w i

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6)

X

af N

o o

t) o.= Det- SQ weist auf korrektes verständnis als der Vereinigte (dmd) Re-osiris hin' 2) *i"ta ganz sicher zu beurteilen: u'u' durch Konjektur restituierbar' 3) Urrsich"r, da als ttornoiot"I.,,ton bewertbar'

Abb.6: Differenzenliste

o

(q

Anmerkungen

n) unt- Differenzenriste

H

G (Abb'B)' E

5)

1 oder 2.

6)

Zufall verantwortlich für js h3'wt " @vergleichmit vgl-S.36i72;73 i.ZO ona S.22; z ; baren Auslassungen (h3'wt : 6 i h3'wt 6 js z Q)'

Edition

Lesarten

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H H H

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120

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+ Suffix+dw3

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Anmerkungen

t) *.r zu Differenzenliste c (Abb.8). 2) w..h Edition nur in alter Abschrift als sdbä überliefert, was moderner Kopiefehler sein

F

F. d

p,

o

P.

3) t.ilr"..tört;

so nach Raumverhältnissen.

41

" Unsicher, da als Homoioteleuton bewertbar.

-' zerstört;

Raum passend.

Abb.7: Differenzenliste

F

H

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D

92

111

I

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^' Zerstörti

Raum Passend.

Umoekehrter Fehler in anderen Texten

niJht selten, daher Konjektur-Möglichkeit nicht ganz ausgeschlossen.

Abb.8: Differenzenliste

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Text : Lücke r NN* r 6*Ö

Anmerkungen

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2

VgI. Differenzenliste E (Abb-6). 1 oder 2. Fehler bei 1-2;

bei 2 +3. Ausr^tertung für da die Ernendation problematisch. Differenzenliste G sätzlich zweimal unabhängig ausgreführt worden sein kann. Emendation

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51

liste D und E (Abb' 5 und 6) abgesicherten die DisLesartend'istribution (dagegen bereitet Dnd mLt' tribution des zweiten Bestandteils den Lesarr:en Dmd 'Jnd D3d keine Schwierigkeiten) ' so erklären' d'aß Ir{an darf den Widerspruch wohl die Bedie Agypter schon - wie wir - sich über im klaren deutung der Gottesbezeichnung nicht zu den sonwaren. Wilrde indes die Distribution in stigen Befunden stimmen' wäre der Philologe GottesbeAnbetracht der Schlüsselstellung der Lesarten Bezeichnung leicht dazu geneigt' den weiskraft ftir die Textgeschichte zuzuerkennen' die Lehre zieMan sollte jedoch aus diesern Fall eines hen, daß alle nicht-trivialen Wendungen die zenTextes und damit unter Umständen gerade tralenBegriffedemUnverstandpreisgegebensind und damit besonders leicht zu Individualfehlern fatal' führen. Übrigens wäre es noch keinesfalls Behtenn man auch einen et\das unregelmäßigen fund wie diesen bei der Stemma-Konstruktion stemmaheranzöge' Sofern für eine bestimmte (und darunter tische Schlußfolgerung weitere auchbessere)KriterienzurVerftigungstehen' evtl' "aufkönnen die verschiedenen Kriterien die addiert,, werden (siehe unten), wodurch durch einzelne Befunde in die steruna-Konstrukauf ihren tion hineingetragenen Verzeichnungen reduziert und damit "herProzencual-en Anteil ausdividiert" werden'

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der Textstellen mit gleichartiger Distribution werd'en zu einer Liste Abweichungen über die Textzeugen A bis G' Abb' 2'8) ' zusanmengefaßt (Differenzenliste ZetsLöDabei ist zu beachten' daß Nicht-Bezeugung '

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der sonnenlatanel

rung oder individuelle Abweichung einer Handschrift für jede beliebige Lesart stehen können' In diesem Fa11 ist jedes Distributions-"Muster" (Pattern) erftillt, das zu den positiven Bezeugungen paßt' Jede Liste belegt in ihrer Gesamtheit einen einzigen stemmatisch interpretierbaren Sachverhalt' Die Einträge zu den einzelnen Textstellen können im Prinzip textweise, d. h. in vertikaler Richtung' "aufaddiert" werden (mit Hitfe logischer operationen) ' Durch "Addition" lückenhafter Erhebungen zu einzelnen Textstellen kann ein vollständigeres "Muster" der Handschriften-Distribution hergestellt werden' als dies

fürdieeinzelnenTextstellenderListenerreichbarist. Im Übrigen könnten auf ähnliche Weise' wie oben schon gesagt, mit statistischen Verfahren "schönheitsfehler", d. h. Irregularitäten einzelner Zeilen gegenüber der Mehrzahl der Zeilen, unter Kontrolle gebracht werden' Diese Möglichkeiten werden hier nicht weiter verfolgt' Legende zu den Differenzenlisten (Abb. 2'8) Die Unterschiede zwischen den Lesarten der Textzeugen sind entweder Leitfehler (F), aus denen sich die Richtung der Abhängigkeit ergibt (durch Pfeil angegeben), oder richtungsneutrale Leitdifferenzen (D) ' Die Lesart der einzelnen Handschriften wird durch die Position der betreffenden Lesart in der Folge der in der Spalte "Lesarten" angegebenen Lesarten bezeichnet. Z. B. bezeichnet rrlrr die erste der in der Spalte ttLesarten" angegebenen Lesarten, "2" die zweite Lesart usw. uSu ("Speziell") bedeutet Individual-Lesz

art (zur Bestinmung von Individual-Lesarten in nichtinitialenStufenderStemma-Konstruktionsieheunten). ent',O', .pedeutet, daß infolge einer Zerstörung nicht scheidbarist,welcherLesartderTextzeugefolgt.

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die betreffende "-" bedeutet, daß der Textzeugeder Text noch nicht oder Textstelle nicht enthielt am original gesichert werden konnte' b) Textexterne Daten' Als textexterne Daten werden benutzt die (t.) und die zeit der Entstehung eines Textzeugen (tv)' Die Zeit der Verfügbarkeit eines Textzeugen Ertextexternen Daten werden ohne vorhergehende Stemma-Konfassung direkt im Zusammenhang mit der struition eingeführt' Grundsätzlich wird aber davon von einem ausgegangen, daß kein Textzeuge direkt dies aus anderen abhängt. Bei den Königsgräbern ist grenzender historischen Grilnden mit an Sicherheit \^/aren Wahrscheinlichkeit auszuschließen' Die Gräber neuen Grabes zum Zeitpunkt der Dekorierung eines dürften höchstwahrscheinlich unzugänglich' Dagegen weiterhin die Vorlagen auf Papyrus in den Archiven der verfügbhr geltesen sein' Der einzige Textzeuge' nichtineinemGrabangebrachtwar,stehtineinem alle anderen Tempel Ramses' II' in Abydos' während stammen' Textzeugen aus der thebanischen Nekropol-e Abydos eine Es ist unwahrscheinlich' daß man in die VorKopie nahm, wo man höchstwahrscheinlich und wo lage des Abydos-Textes leicht bewegen konnte selbst den Text man höchstwahrscheinlich in Theben im besaß (er wurde in derselben Reqierungszeit Abweichungen Königsgrab in - wie aus den Listen der angebracht) ' zu entnehmen - abweichender Textgestalt ist die HeranInfolge dieser besonderen Gegebenheiten der Bestimrnung der ziehung von Individual-Fehlern bei nicht Relation zwischen zwei erhallenen Textzeugen erforderlich'

54

Stemma

der Sonnenlitanei

Die Konstruktion des in Abb' 1 abgebildeten der listenmäßig erStemmas kann unter Zugrundelegung faßten textinternen Daten und unter fallweiser Herand anziehung textexterner Daten in einem Trial beError-Verfahren konstruiert werden: Es werdent ginnend mit den kleinsten durch gemeinsame Lesarten zu den gebundenen Textzeugengruppen und aufsteigend Abgrößeren Textzeugengruppen, theoretisch mögliche zu den hängigkeiten angenonmen und auf Widersprüche Daten getestet, bis im Laufe des Überprüfungsverhinreichenfahrens eine zur Konstruktion des Stemmas Überprüfungsde Anzahl von Abhängigkeiten entweder im verfahren unwiderlegt blieb oder in einem AusschlußAbhängigverfahren durch Widertegung der alternativen theorekeiten angenonmen werden kann bzw' bis alle Sind tisch möglichen Abhängigkeiten erschöpft sind' die theoretisch möglichen Abhängiqkeiten erschöpft' erbevor eine hinreichende Anzahl von Abhängigkeiten noch parreicht ist, kann das Stemma unter Umständen Antiell konstruiert werden' Ist eine hinreichende ist zu zahl von Abhängigkeiten erreicht worden' so prtifen, ob alle listenmäßig erfaßten textinternen schon beund alle einschlägigen textexternen Daten

Fall' rücksichtigt worden sind' Ist dies nicht der nicht henso ist zu prüfen, ob sich aufgrund der noch angezogenen Daten weitere Abhängigkeitsverhältnisse bestimmen l-assen' Bleiben jetzt widersprüchliche Abhängigkeitsverhältnisse unwidertegt nebeneinanderstehen, so kann auf der Grundlage der herangezogenen bzw' kann das Daten kein Stemma konstruiert werden werden' Stemma nur partiell konstruiert Tatsächlich wurde das stemma auf andere weise angegebenen Vergewonnen, nämtich mit Hilfe des oben

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NR-Textzeugen

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fahrens der Ordnung der Lesarten-Distribution nach Die im zunehmender Diversifikation der Textzeugen' folgenden angegebenen Konstruktion des Stemmas ist Iediglich eine Nachkonstruktion zum Zwecke der Überprüfung. Diese Nachkonstruktion ist freigehalten von allen Irrhlegen, in die man bei einer echten Konstruktion nach den oben formulierten Konstruktionsregeln aller Wahrscheinlichkeit nach gerät'

Die im folgenden dargestellte Nachkonstruktion besteht aus drei Teil-Konstruktionen' in denen verschienit Hitfe unterschiedlicher Regelmengen Diese dene Teil-Stenmata nachkonstruiert \^Terden' sol}en, zusanmengenonmen, zu einer Nachkonstruktion des Gesamt-Sterunas führen' Die untersten Verzweigungen des Stammas werden ausschließlich mit Hilfe textexterner Daten bestimmt (a) ' Für die höheren Verzweigungen werden als weitgehend alternative Konstruktionsmöglichkeiten eine Konstruktion anhand von Leitdifferenzen (c) (b) und eine Konstruktion anhand von Leitfehlern beschrieben. Keine dieser beiden Konstruktionsweisen führt zu einem vollständigen Stemma' Die an sich kann aufli.ickenlose Konstruktion nach Leitdifferenzen grund zufälliger Zweispaltigkeit unter dem Archetypus die oberste Verzweigung nicht bestimmen' Anderdrseits ist eine vo1lständige Konstruktion auf der Grundlage der in den Differenzenlisten nachgewiesenen Leitfehler kein nicht möglich, d'a an einer Stelle in den Listen (er sich mag geeigneter Leitfehler nachgewiesen ist Da die in den Textzeugen immer noch finden lassen) ' beiden Konstruktionsverfahren an unterschiedlichen Stellen aussetzen, führen sie' zusanmengenommen' zu nach beiden einem vollständigen Stemma' Aus den Konstruktionsweisen in vollkommen übereinstimmender

Stemma

NK- r'e.xLztiu9erl

der gonnenlitanei

sich im übrigen lVeise bestimmten Stemma-Teilen ergibt die Bedinmit Evidenz, daß der Text der Sonnenlitanei beruhende Stemgung erfütlt, die die nur auf Vermutung fordert, ma-Konstruktion mit Hilfe von Leitdif ferenzen daß er nämlich lang genug ist'

a) Konstruktion der untersten Knoten mit Regeln der Hilfe textexterner Daten (Abb' 1o)' - Nach DependenGruppe 1 und 2 von $ 2 werden hypothetische Dependenzen auf zen geprüft. Der Ausschluß bestimmter zur Annahme anderer Grund textexterner Befunde führt der Textzeugen U' Dependenzen- Über das Verhältnis keine AusThIII ' ThIIIG und Abyd untereinander wird vorhandenen sage gemacht. Die Kürze des ursprünglich und/oder bzw. nach Zerstörung erhaltenen Textbestandes keine stichdie gute Qualität der Textzeugen scheinen aushaltigen Kriterien zu bieten' die sich stemmatisch einer größeren werten ließen. Auch die Umformulierung die U Partie aus der 3' in die 1 ' Person Singular' unterscheidet' und ThIII von allen anderen Textzeugen Umstellungen ist ein zweifelhaftes Kriterium' da solche gehören' zur normalen Praxis der Textüberarbeitung Aufspaltung (Siehe aber zu einem möglichen Kriterium zur spätzeitiler vier Textzeugen bei Einbeziehung einer jedwede 4'4)' Um lichen Textversion unten SS 4'3 und werden die

Getestete Rel-ation

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Rrx (RIv)

re (Rrx)

RIV (RIX)

rve(Rrv) I t^ (*Rrx) J(RIV,RIX)

RIV

(RIII)

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re (Rrv)

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rv(Rrrr) I

te (Rrrr

)

te(*RrV)

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I (si) < t^ (srr) r ve(slr) lt (*si) !tsrr,si)

SII (Mer) Mer

(SII)

r (SI1) < t^ (l4er) t (Mer) I t- (*sII) €(Mer,

RII (SI)

re(Rrr) < te(sr)

SI (RII)

tv(sr) I te(*Rrr)

sII

stemmatische Konsequenzen zu vermeiden' einziger Textvier Textzeuqen gemäß Regel 2'3 ats ein 10: Sig1e mit zetge behandelt' - Legende zu Abb' oder ein Stern Q. B. *Si) bedeutet Textzeuge selbst

oder indirekt anderer Textzeuge' von dem dieser direkt abhängt-

des Stermas Abb.1O: Konstruktion der untersten Verzweigungen

rnit Hilfe textexterner

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