Der Deutsche Strassenverkehr / 1982/10

October 15, 2017 | Author: German History | Category: Vehicles, Wheeled Vehicles, Automobiles, Transport, Motor Vehicle
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DDR / Automobilfachzeitschrift...

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Redaktion: DDR - 1086 Berlin, Charlottenstraße 60 PF Nr. 1286 Telefon: 2071169 Werner Sündram (Chefredakteur) Eberhard Preusch (Technik) Wolfram Riedel (Fahrzeuge) Herbert Schadewald (Verkehrssicherheit, Touristik) Klaus Zwingenberger (Verkehr, Recht) Gestaltung: Wolfgang Barth Die Redaktion wurde 1979 mit der Verdienstmedaille der Organe des Ministeriums des Inneren in Gold und 1978 mit der Ehrennadel des ADMV der DDR in Gold ausgezeichnet. Herausgeber: transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, DDR 1086 Berlin, Französische Straße 13/14, Telefon: 20410 Träger des Ordens „Banner der Arbeit" Verlagsdirektor: Dr. Harald Böttcher Chefredakteur des Verlages: Max Kinze Lizenznummer 1150 des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR; Artikel-Nummer (EDV) 5930 Druck: Berliner Druckerei, DDR 1020 Berlin, Dresdener Straße 43 Anzeigenannahme: Für Bevölke rungsanzeigen alle Anzeigen-Annahmestellen in der DDR, für Wirtschaftsanzeigen der VEB Verlag Technik, 1020 Berlin, Oranienburger Straße 13-14, PSF 293. Gültige Preisliste: Nr. 8 Ausland: interwerbung, DDR 1157 Berlin, Herrmann-DunckerStraße 89 Bezugsbedingungen: „Der Deutsche Straßenverkehr" erscheint einmal monatlich. Im Ausland: Der internationale Buch- und Zeitschriftenhandel, zusätzlich in der BRD und Westberlin der örtlich Buchhandel, Firma Helios Literaturvertrieb GmbH, Berlin (West) 52, Eichborndamm 141-167, sowie Zeitungsvertrieb Gebrüder Petermann GmbH & Co. KG, Berlin (West) 30. Kurfürstenstraße 111. Auslandspreise bitten wir den Zeitschriftenkatalogen von Buchexport, Volkseigener Außenhandelsbetrieb der DDR, DDR 7010Loipzig, PF16O.zuentnehmen. In der DDR werden zur Zeit keine neuen Abonnementsbestellungen entgegengenommen. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck. Übersetzungen und Auszüge nur mit Quellenangabe gestattet. Die Redaktion wertet jede Zuschrift aus, ist aber auf Grund der Vielzahl nicht in der Lage, jede Zuschrift direkt zu beantworten.

Unser Titelbild zeigt eine Szene, die leider auch zum Alltag des Straßenverkehrs gehört - einen Unfall. Hier hat sich - wie man unter Motorradfahrern zu sagen pflegt - einer „hingelegt", ist also ein Motorradfahrer gestürzt. Dabei ging es relativ glimpflich ab, nicht zuletzt dank des Schutzhelmes. (Und es wäre noch weniger passiert, hätte der Gestürzte ordentliche Motorradfahrerkleidung getragen, mindestens eine feste Jacke.) Das A und 0 einer Unfallopferversorgung ist eine schnelle und wirksame medizinische Hilfe. Diese Aufgabe erfüllt bei uns in der DDR hauptsächlich das Deutsche Rote Kreuz der DDR (DRK) mit seiner Spezialabteilung, der Schnellen Medizinischen Hilfe (SMH). Alle Kraftfahrer sind gerade diesen DRK-Kameraden, den Ärzten und anderen Helfern dankbar für ihre Hilfe in der Not. Deshalb unsere und unserer Leser herzlichsten Glückwünsche zum 30. Geburtstag des DRK der DDR. Über Geschichte und Aufgaben dieser Organisation mehr auf den Seiten 4-und 5 (Unfallfotos Klaus Zwingenberger).

Das Vratna Tal... -. in der Malä Fatra (Rücktitel) fotografierte Ivo Petik. Ausgangspunkt für dieses Tal ist die slowakische Stadt Terchova. Das Tal selbst, so liest man es im „Autoführer Tschechoslowakei", „ist das schönste Tal in der Malä Fatra und eines der schönsten in der Slowakei überhaupt". Das von hohen Berggipfeln umgebene Tal bietet ausgezeichnete Bedingungen für die Touristik und auch - jahreszeitlich bedingt - für den Wintersport. Am Ende des Abschnittes Starä dolina befindet sich die Talstation des Sesselliftes, der zum Hauptkamm Smilovskö sedio (1500 m) fährt. Von dort erreicht man nach einstündigem Aufstieg die höchsten Gipfel der Malä Fatra, den Velky Krivä (1709 m) und den Chleb (1640 m).

Auszeichnung Im Auftrag des Staatsrates der Volksrepublik Bulgarien verlieh der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der VR Bulgarien in der DDR, Waltscho Naidenow, Bürgern der DDR die Medaille 1300 Jahre Bulgarien". Unter den Ausgezeichneten befand sich auch unser Herbert Scha dewald. Damit wurde vor allem sein journalistisches Schaffen gewürdigt, daß dem Staatsjubiläum gewidmet war. Seine Beiträge unter dem Motto „1300" trugen zur weiteren Vertiefung der brüderlichen Beziehungen der beiden Länder und Völker bei.

Andrang an unserem Stand. Das Angebot war recht umfangreich. So hatten Herbert Schadewald (links) und Klaus Zwingenberger (rechts) alle Hände voll Zutun.

VDJ-Soliaktion 1982 „Solch ein Gewimmel möcht' ich seh'n .." Dieses Goethe-Zitat paßt nicht nur haargenau in das Jubiläumsjahr des Dichters, sondern auch auf de VDJ-Soliaktion am letzten August-Freitag auf dem Berliner Alexanderplatz. An unserem Stand waren unter anderem Mokick-Poster und Zeitschriften zu haben. Wir danken vor allem unserem Leser Gerhard Schönherr aus Birkenwerder, der uns etliche alte Exemplare „Der Deutsche Straßenverkehr' kostenlos für den Soliverkauf zur Verfügung stellte. Zweifelloser Höhepunkt unserer diesjährigen Aktion war Zeichner Gerhard Vontra, der gut zwei Stunden vor unserem Stand Porträts fertigte. Für einen Solipreis von 20,— Mark konnte man sich innerhalb von zehn Minuten auf dem Zeichenblatt wie in einem Spiegel erkennen. „Frauen sind mutiger. Sie lassen sich eher porträtieren", meinte Gerhard Vontra anschließend. Die dichtgedrängt Umstehenden störten den Zeichner nicht. Im Gegenteil, er achtete auf die kommentierenden Bemerkungen und konzentrierte sich auf das Modell. „Mensch, der hat ja Hände wie een Bauarbeiter", staunte eine Zuschauerin, als sie dem Porträtzeichner über die Schulter blickte. „Daß der damit so zeichnen kann!?" Für viele war es die erste unmittelbare Begegnung mit dem sympathischen Künstler, der oft als Berliner angesehen wird, es aber nicht ist. Unser Dank gilt allen, die durch den Kauf unserer Erzeugnisse ihren Beitrag für die internationale Solidarität und damit auch für die Sicherung des Weltfriedens geleistet haben.

Dicht umlagert porträtierte Gerhard Vontra vor unserem Stand. Fotos: Schadewald, Sündram

Vontras Dank und Gruß an alle Leser unserer Zeitschrift.

ÖkonometerProduktion In der CSSR soll noch in diesem Jahr mit der Produktion eines Okonometers begonnen werden. Mit Hilfe eines solchen Meßgerätes wird bekanntlich der momentane Kraftstoffverbrauch eines Vergasermotors gemessen (siehe auch dazu unser Heft 7/82). Das Gerät, das in der ÖSSR produziert werden soll, wird optisch anzeigen, ob

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wirtschaftlich oder unwirtschaftlich gefahren wird. Es wird nicht den Verbrauch in 1/100 km oder 1/h angeben. Zunächst wird es mit Anschlußstücken hergestellt, die für die Baureihe S 105/120 passen. Später sollen auch Anschlußstücke für andere Pkw-Viertakt-Ottomotoren folgen.

Lange haltbar Einige Akodateile, z. 3. die Stoßstangen, bestehen aus dem Kunststoff Prepreg. Er ist eine Mischung aus 38 Prozent Glasfasern, 30 Prozent Polyesterasbest, 30 Prozent Füllstoffen und Separatoren (Kalkstein und pulverisiertes Polystrol) sowie 2 Prozent Indikatoren (Chinon). Diese Indikatoren tragen dazu bei, daß diesem Material eine lange Lebensdauer beschieden ist - 30 Jahre werden angegeben.

Bei jedem zweiten Unfall aber war Alkohol im Spiel. Jährlich mußten etwa 14 000 Fahrer zur Rechenschaft gezogen werden, weil sie unter Alkoholeinfluß standen. Daraus resultiert nach Angaben der Presse die Notwendigkeit, in alln Bereichen die vorbeugende Tätigkeit zu verstärken. Außerdem erscheint beispielsweise der Entzug der Fahrerlaubnis für die Dauer bis zu fünf Jahren in besonders schweren Fällen zu gering. Jetzt wird ein Zeitraum bis zu zehn Jahren erwogen. Ferner denkt man daran, die Schuldigen an Heilungskosten zu beteiligen oder ihr Krankengeld zu kürzen. (ADN)

Neue Schneekette

Nun ist sie da - die langersehnte Schneekette, die auch auf Radialreifen uneingeschränkt verwendet werden kann! Im vergangenen Jahr wurden die ersten Paare der Motorjournalisten aus der ÖSSR, Spur-Zick.Zack-Gleitschutzkette —er Ungarischen Volksrepublik, im VEB Ketten- und Nagelwerke r Volksrepublik Bulgarien und Weißenfels hergestellt. In diesem der DDR hatte anläßlich der Leipzi- Jahr hat die eigentliche Produktion ger Herbstmesse Gelegenheit, begonnen. sich bei einem Pressegespräch Die Kette ist feingliedriger als die mit leitenden Vertretern des Ifabisher bekannte Leiter-Kette, und Zweiradkombinates über das derdie Auflageform gewährleistet zeitige Produktionsprogramm eine hohe Spursicherheit und und die Messeneuheiten zu inforGreifwirkung. Sie eignet sich für Diagonal- und Radialreifen, für mieren. Die ausländischen Fachjournalisten ihrerseits schilderten, Sommer- und Winterprofil. wie groß das Interesse in ihren Ihre Herstellung erfolgt in drei Ländern sowohl an MZ-MotorGrößen. Die Größe 1 (Kennfarbe rädern als auch Simson-Mokicks grün) ist für die Reifengrößen und Kleinrollern ist, denen sie gu5.20-13, 5.60-13, 145 R 13 und tes Finish, große Zuverlässigkeit 155 R 13 vorgesehen. Die Größe und beeindruckende LeistungsfäII (Kennfarbe rot) paßt auf die higkeit bescheinigten. Bei einer Reifen 6.00-13, 6.15-13, 6.40-13, 165 R 13 und 155 R 14. Die Produkanschließenden Exkursion nach der MZ-Stadt und nach Augustus- tionsaufnahme einer Größe III burg, dem Zweitakt-Motorradmu(Kennfarbe gelb) für die Reifen seum, konnten sich die Journali6.70-13, 175 R 14 und 185 R 14 sten als Gäste von MZ davon über- ist vorgesehen. Ein Paar Ketten zeugen, wie die Motorradfertigung der Größe 1 kostet 300,–, der i traditionellen Zschopauer Werk, Größe 11 320,– und der Größe III dem seit 60 Jahren Zweiräder 340,–M. Da uns das Werk dankenswertergebaut werden, und neuen naheweise ein Paar dieser Ketten zur gelegenen Produktionsstätten auf vollen Touren läuft. Bei einigen Verfügung stellte, werden wir damit im kommenden Winter unsere Trainingsrunden auf ihrer „HausErfahrungen sammeln und dann strecke" demonstrierten MZ-Geausführlich darüber berichten. ländesportler mit aktueller GSTechnik ihre Können.

Als Gäste bei MZ

Konsequenter Gegen Verkehrsdelikte unter Alkoholeinfluß wollen die zuständigen CSSR-Organe künftig noch strenger vorgehen. Anlaß zu neuen Überlegungen gibt nach Presseberichten die Verkehrsunfallbilanz zwischen 1976 und 1981. Danach sank die Zahl der Personen, die wegen eines Verstoßes gegen die Straßenverkehrsordnung belangt werden mußten, von 24 840 auf 22 553. Diese Entwicklung ergibt sich aus der gesunkenen Zahl von Unfällen mit Folgen für Leben und Gesundheit oder mit materiellen Schäden. DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 10/1982

„Ihr Wagen ist fertig. Der Mechaniker kommt gerade von der Probefahrt." Karikatur: Frank Steger

Größen - Rekord Das größte serienmäßig gebaute Motorrad kommt aus - Brasilien. Es heißt Amazonas und besitzt einen Vierzylinder-Viertakt-Motor mit 1600 cm'. Die Maschine bringt 360 kg auf die Waage, der Kraftstoffbehälter faßt 24 Liter. Bisheriger Spitzenreiter war die Kawasaki Z 1300 mit 1277 cm3 Hubraum. Ihr Sechszylinder-Viertakt-Motor leistet 73 kW (99 PS) bei 7500 UI min. Ihre Eigenmasse ist mit 322 kg angegeben.

Teure Strecke Spanien erhöhte mitten in der Hauptreisezeit drastisch die Autobahngebühren. Betroffen ist in erster Linie die Route entlang der Mittelmeerküste. So kostet die 740 km lange Strecke von der nordIn Wismar entdeckten wir in die- spanischen Grenze bis Alicante sem Sommer diese Verkehrszeinunmehr 55 statt bisher 44 DM. chenkombination, die uns einige Rätsel aufgab. Offensichtlich ist damit gemeint, daß es zum Parkplatz nach links geht. Auf den Straßen der belgischen Hauptstadt Brüssel kann man Dafür bietet die StVO, Anlage 2 aber das Zusatzzeichen „links" leicht zweifaches Opfer werden. (Bild 406). Mitunter wird auch auf Allein die Tatsache, bei einem dem Zeichen .‚Parkplatz" ein wei- Verkehrsunfall verletzt zu werden, ßer Richtungspfeil aufgebracht. ist schon schlimm. Doch immer Schon im Interesse einer bessehäufiger gerät ein solch Verunren Materialökonomie sollte auf glückter in die Hände von falschen Rettern. Private Krankenwagenbedie hier gezeigte Variante versitzer patrouillieren durch die Strazichtet werden. Fotos: Zwingenberger ßen, hören den Notruf-Funkverkehr ab und versuchen so, die Unfallop. fer „wegzuschnappen". Diese werden dann gegen entsprechendes Honorar in private Krankenhäuser eingeliefert. Dabei hat nicht nur der offizielle Rettungsdienst das Nachsehen. Auch der Patient ist oftmals arg betroffen, denn eine Soforthilfe schon während der Fahrt in die Klinik ist bei den Ambulanzpiraten nicht möglich. Das bringt vor allem für bewußtlose Unfallopfer ein erhöhtes Risiko mit sich. Diese privaten Krankenwagen sind mit keiner speziellen Ausrüstung ausgestattet, und das fahrende Personal besitzt keine besondere Qualifikation.

Falsche Retter

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HelferGeburtstag Am 23. Oktober 1952 wurde das Deutsche Rote Kreuz der DDR gegründet. Wenige Wochen später, am 1. Januar 1953, erhielt die junge Rotkreuzgesellschaft den Auftrag, in der DDR einen einheitlichen Krankentransport zu organisieren und durchzuführen. Mit Ausnahme der Hauptstadt der DDR, Berlin (dort erfüllte das Rettungsamt als staatliche Einrichtung diese Aufgaben), galt es, in allen Bezirken und Kreisen Einsatzstellen des Krankentransportes des DRK einzurichten und diese sehr schnell und zuverlässig funktionstüchtig zu gestalten. Die sich aus der Zersplitterung des Krankentransportes von 1945 bis 1952 auf verschiedene Zuständigkeitsbereiche ergebenden Probleme waren sehr vielschichtig und stellten das DRK der DDR vor komplizierte Aufgaben. Die Mängel bestanden vor allem darin, daß

ner prähospitalen mobilen Notfallversorgung. Zur weiteren Verbesserung der Betreuung von Notfallpatienten wurde 1975/76 in der DDR das System der Schnellen Medizinischen Hilfe (SMH) eingeführt. Dabei handelt es sich um einen neuen Leistungsbereich des staatlichen Gesundheitswesens in enger Zusammenarbeit mit dem DRK der DDR. Ein funktionstüchtiger Krankentransport ist die stabile Basis der SMH. Der Anteil des DRK bei der Sicherung der Aufgabenerfüllung einer mobilen medizinischen Erstversorgung in der DDR besteht in der Bereitstellung von Krankentransporteuren mit Kenntnissen in der Notfallmedizin, der Bereitstellung von Spezialfahrzeugen sowie der drahtlosen Nachrichtentechnik. In unserer Republik bestehen heute 194 Einsatzstellen des Krankentransportes, die rund um die Uhr für die Bevölkerung erreichbar sind. Über 84 Leit

keine einheitliche Leitung, Planung und Organisation von Krankentransporten existierte, das DRK zu diesem Zeitpunkt weder über die entsprechenden Erfahrungen noch über ein qualifiziertes Personal verfügte und der übernommene Fahrzeugpark aus den verschiedensten Typen bestand. Vom Chevrolet, Baujahr 1936, über Opel, Wanderer bis zum Ifa F 8 und BMW 326/340 sowie Phänomen „Granit 25" war alles vorhanden, was zwischen 1936 und 1952 an einschlägigen Kraftfahrzeugen gebaut worden war.

stellen der SMH hat die Bevölkerung von 106 Kreisen (Stand 31. 12. 1981) unmittelbaren Zugang zur prähospitalen Notfallbetreuung. Be sonders nach dem IX. Parteitag der SED und dem VIII. Kongreß des DRK der DDR vollzog sich eine bedeutende Wandlung des Krankentransportes. Mit großzügiger Unterstützung von Partei- und Staatsführung und in kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit den Industriepartnern, wie z. B. dem VEB BarkasWerke Karl-Marx-Stadt, MLW Labortechnik IImenau, VEB Funkwerk Köpenick u. a. konnten im Zeitraum von 1976 bis 1981 beste materielltechnische Voraussetzungen für die Erfüllung der ständig wachsenden Aufgaben geschaffen werden.

Mit der Schaffung gesetzlicher Grundlagen und Dokumente - erste Krankentransportordnurig 1954 -‚ der Typisierung des Wagenparks und der Einführung einer zielgerichteten medizinisch-fachlichen und fahrzeugtechnischen Qualifikation für Krankentransporteure, Dispatcher und Einsatzleiter, konnten diese Mängel systematisch abgebaut werden. So entwickelte sich der Krankentransport von einem Fuhrbetrieb im Auftrage des Gesundheitswesens zu einem wesentlichen Element der medizinischen Grundbetreuung der Bevölkerung. Die elfenbeingespritzten und mit rotem--Kreuz auf weißem Grund versehenen B4

1000-Fahrzeuge, sei es nun mit oder ohne Blaulicht und Sirene, sind heute Bestandteil unseres Straßenverkehrs. Nicht wenige Verkehrsteilnehmer gehören jährlich zu dem Patientenkreis, die ihren Platz hinter dem Lenkrad mit einem Platz im Patientenraum eines Krankentransportfahrzeuges vertauschen müssen. In enger Zusammenarbeit mit dem staatlichen Gesundheitswesen begann 1960 der Aufbau ei

So stehen seit 1977 serienmäßig nach einem mit dem Ministerium für Gesundheitswesen abgestimmten Rahmenstandard ausgerüstete Fahrzeuge für die SMH zur Verfügung. Mit hochwertigen medizinisch-technischen Geräten wie Sauerstoffanlage, EKG-Sichtgerät, Notfallstimulator, tragbarem Beatmungsgerät und allem notwendigen ärztlichen Handwerkszeug ausgerüstet, konnte mit diesen Spezialfahrzeugen rechtzeitig am Ereignisort mediziDER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 10/1982

nische Hilfe geleistet bzw. Leben erhalten werden. Allein von 1976 bis 1981 stiegen die Leistungen der SMH mit B-1000-Fahrzeugen auf 289,9 Prozent an. Im Jahre 1981 wurden in diesem Leistungsbereich 9,33 Millionen Kilometer zurückgelegt und nahezu 300 000 Patienten unter ärztlicher Aufsicht befördert. Aber auch für die Erhöhung des Beförderungskomforts der Patienten des Krankentransportes wurde viel getan. Die harten Längs- und Querbänke, die alles andere als eine schmerzarme und schonende Beförderung zuließen, wurden durch moderne Schwingsitze ersetzt. Ebenfalls mußte die starre Trage, der Alptraum jedes liegenden Patienten, einer modernen Schwingtrage weichen, die nun zusätzlich Vertikalschwingungen abfängt. Dazu kommen auch solche Veränderungen wie der Einbau neuer Drehstäbe mit verbesserten Federeigenschaften und Bestückung der Fahrzeuge mit wirksameren Stoßdämpfern. Ein oft diskutiertes Problem war in der Vergangenheit die innere Sicherheit im B 1000. Das Anbringen von Sicherheitsgurten im Fahrerund Patientenraum an den in Fahrtrichtung befindlichen Sitzen führte zu einer befriedigenden Lösung. Noch nicht zufriedenstellend ist lerzeitig der Geräuschpegel im Innenraum des rahrzeuges. In Zusammenarbeit mit den Industriepartnern und der Arbeitsgruppe „Schnelle Medizinische Hilfe" des Ministeriums für Gesundheitswesen sowie durch Neuerertätigkeit wird ständig nach weiteren Lösungsvarianten eines verbesserten Beförderungskomforts gesucht.

Funkkontakt Der Aufbau des DDR-einheitlichen DRK-Funknetzes, der 1981 abgeschlossen werden konnte, führt beim Fahrzeugeinsatz zu einer erhöhten Effektivität und verbessert erheblich die Wirksamkeit. Vorrangig durch Koordinierungsmaßnahmen mittels UKW-Sprechfunk lassen sich Leerfahrten vermeiden, kürzeste Fahrverbindungen zwischen den einzelnen Aufträgen herstellen und damit Wartezeiten für die Patienten senken. Aufträge können ohne Zeitverzug an die jeweiligen Einsatzgruppen weitergeleitet werden und sind nicht mehr von einer drahtgebundenen Nachrichtentechik abhängig. Nicht zu übersehen ist dabei die Einsparung von Vergaserkraftstoff, da ein sonst oftmals notwendiger doppelter Richtungsverkehr vermeidbar wird und der Auslastungskoeffizient der Krankentransportwagen erhöht werden konnte.

Stützpunkte Aber nicht nur auf die Fahrzeuge und die Nachrichtentechnik erstrecken sich die materiell-technischen Voraussetzungen, sondern sie umfassen auch die Objekte, also Leitstellen, Garagen, Wartungs-, Pflege- und Instandhaltungseinrichtungen. Eine umfangreiche technologische Ausrüstung gehört ebenso zu einem stabilen und funktionstüchtigen Krankentransport wie eine vollständige und anwendungsbereite medizinische Ausstattung der Fahrzeuge. In dieser Beziehung gestalteten sich die vergangenen fünf Jahre zur erfolgreichsten Etappe seit Bestehen des Krankentransportes des DRK. 28 Dienststellen wurden neu gebaut bzw. rekonstruiert und modernisiert. Damit verbesserten sich nicht nur die Arbeits- und Lebensbedingungen der Mitarbeiter, es erDER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 10/1982

höhte sich auch die Qualität und Wirksamkeit beträchtlich. Die bereitgestellten finanziellen Fonds stiegen in diesem Zeitraum auf 148,6 Prozent an.

Fuhrpark Zum gegenwärtigen Zeitpunkt setzt das DRK der DDR insgesamt mehr als 2300 Krankentransportwagen, davon 485 Spezialfahrzeuge der SMH für die Aufgabenerfüllung ein. Umgerechnet in Krankentransportwagen pro tausend der Bevölkerung liegen wir in der DDR, international verglichen, mit an der Spitze. Auch die mit diesen Fahrzeugen erbrachten Leistungen halten jedem internationalen Vergleich stand. Die Anzahl der zu befördernden Patienten pro Jahr liegt seit 1977 konstant bei fast vier Millionen. Dabei erfolgte jedoch innerhalb der Leistungsbereiche Krankentransport und SMH eine zunehmende Verschiebung zu Lasten der SMH. Der Krankentransport des DRK der DDR legte 1981 rund 74 Millionen Kilometer zurück, was einer Steigerung von etwa neun Millionen Kilometer gegenüber 1976 entspricht.

Arbeitskräfte Diese hier aufgeführte positive Entwicklung des Krankentransportes seit seinem Bestehen ist aber nicht nur auf die vorhandenen materiellen Fonds zurückzuführen. Ein so gewaltiges Potential ist in seiner Qualität, Wirksamkeit und Effektivität primär abhängig von den personellen Voraussetzungen. Seit 1976, also mit der Einführung der SMH, wurden auch auf diesem Gebiet wirksame Maßnahmen eingeleitet und ständig fortgeführt. Besondere Bedeutung kommt einer hohen politisch-ideologischen sowie fachlich-medizinischen Qualifizierung aller Mitarbeiter dieser Leistungsbereiche zu. Durch umfangreiche praktische sowie theoretische Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, die obligatorischen Charakter haben, entwickelten sich die Kenntnisse in der Ersten-Hilfe-Leistung und in den Grundlagen der Notfallmedizin positiv. Damit soll aber keinesfalls der Eindruck entstehen, daß der erreichte Stand vollauf befriedigt und das Niveau nicht noch verbessert werden kann. In dieser Hinsicht hat der IX. Kongreß des DRK der DDR von 1981 die neuen Ziele der 80er Jahre klar abgesteckt und höhere Maßstäbe für die tägliche Aufgabenerfüllung angelegt. Im Krankentransport und in der SMH kommt es immer mehr darauf an, daß jeder Mitarbeiter seine hohe moralische Verpflichtung gegenüber dem Patienten erkennt und ihm jederzeit eine qualifizierte medizinische Hilfe zuteil werden läßt. Damit leistet er einen konkreten Beitrag zur Erfüllung der gesundheitspolitischen Zielstellung und zur Stärkung der DDR.

Appell An dieser Stelle bietet es sich förmlich an, vor allem die Verkehrsteilnehmer aufzurufen, die verantwortungsvolle Tätigkeit der Mitarbeiter des Krankentransportes und der SMH zu unterstützen. Leider werden die Hilfemaßnahmen noch allzuoft durch undiszipliniertes Verhalten, z. B. bei einem Verkehrsunfall, verzögert bzw. erschwert. Obwohl auf der Autobahn schon einige hundert Meter weit ein Verkehrsstau erkennbar ist, halten immer wieder Verkehrsteilnehmer nicht rechts hinter dem letzten Fahrzeug an, sondern fahren auf der Überholspur bis auf wenige Schritte an den Unfallort heran. Fahrzeug an Fahrzeug wird diese

dann blockiert, und die Rettungsfahrzeuge können nur in halsbrecherischer Slalomfahrt oder über den Grünstreifen die Unfallstelle erreichen. Das aber kostet Zeit und verzögert die dringend notwendige Hilfeleistung. Ein weiteres, wiederholt zu beobachtendes Problem bei einem Verkehrsunfall ist das Verhalten von Verkehrsteilnehmern, die zuerst am Unfallort eintreffen. Während Berufskraftfalirer oder solche, die schon Erfahrungen in der Ersten-Hilfe-Leistung besitzen, sich diszipliniert verhalten und alle Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge durchführen, gibt es auch Verkehrsteilnehmer, die, obwohl im Besitz eines Nachweises der DRK-Breitenausbildung in der Ersten Hilfe, ratlos vor einem verunfallten Fahrzeug stehen bzw. kopflos auf der Fahrbahn hin- und herlaufen. Ohne an dieser Stelle einen Kurzlehrgang in Erster Hilfe zu wiederholen, sollen einige Hinweise auf das Verhalten bei einem Verkehrsunfall gegeben werden.

Hinweise Das erste Prinzip ist in jedem Falle, die Ruhe zu bewahren, das eigene Fahrzeug soweit es geht rechts am Fahrbahnrand abzustellen und die Unfallstelle abzusichern. Das ist notwendig, damit andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden und die eigene Sicherheit bei der Hilfeleistung gewährleistet wird. Be sonders bei schlechten Sichtverhältnissen und Glatteis auf unübersichtlichen Straßenabschnitten und regennasser Fahrbahn sind Warnmarkierungen in entsprechenden Entfernungen vom Ereignisort anzubringen bzw. Warnposten aufzustellen. Als zweite Maßnahme verschafft man sich einen kurzen Überblick über den Umfang der Verletzungen und die Anzahl verletzter Personen. Danach beginnen im Rahmen der Möglichkeiten und persönlichen Fähigkeiten die Ersten-Hilfe-Leistungen. Die Benachrichtigung der SMH oder des Krankentransportes unter genauer Angabe des Unfallortes und des Unfallumfanges sind unbedingt erforderlich. Dabei ist es unwichtig, warum der Unfall geschah, welcher materielle Sachschaden eingetreten ist bzw. wer eventuell diesen Unfall verschuldet hat. Diese Fragen werden durch die VP festgestellt bzw. untersucht. Dazu müssen eventuelle Zeugen bis zum Eintreffen der VP am Unfallort verbleiben. Da in der Regel innerhalb kurzer Zeit mehrere Verkehrsteilnehmer am Unfallort eintreffen, sind die einzelnen Maßnahmen zu verteilen. Dadurch verkürzt sich der Zeitfaktor bis zum Eintreffen der Rettungsmannschaften. Alle Schritte einer medizinischen Hilfeleistung lassen sich in Form einer Rettungskette darstellen: 1. Erstversorgung durch Laien 2. Hilfe durch zufällig am Ort befindliches medizinisches Personal 3. Erstä ärztliche Hilfe durch die SMH 4. Transport 5. Rettungsstelle, medizinische Einrichtung. Aufgabe des DRK der DDR ist es unter anderem, aktiv bei der Sicherung des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung mitzuwirken. Diese Zielstellung kann aber nicht nur mit den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern des DRK allein erfüllt werden, sondern macht die Ausbildung breitester Kreise der Bevölkerung in der Ersten Hilfe erforderlich. Das DRK der DDR leistet dazu gemeinsam mit dem staatlichen Gesundheitswesen seit seinem Bestehen einen aktiven Beitrag. Heinz Zwicker, Generalsekretariat des DRK der DDR

Autobahn-Auffahrt Viele Kraftfahrer haben sicherlich schon Situationen erlebt, bei denen das Verlassen eines Parkplatzes mit dem Kraftfahrzeug oder die Auffahrt auf eine stark befahrene Straße, beispielsweise eine Autobahn, nicht einfach war. Mitunter führt hier fehlerhaftes Verhalten zu folgenschweren Unfällen. Oft reagieren die wartenden Fahrer nervös und sind ungeduldig. Abgesehen davon, daß ungeduldiges Verhalten generell keine gute Eigenschaft eines Kraftfahrzeugführers im Straßenverkehr ist, führt es in bestimmten Situationen zu Gefahren, mitunter auch zu schlimmsten Folgen.

Anpassungsfähigkeit ist notwendig Der Verkehr an Straßeneinmündungen fordert daher vom Fahrzeugführer unter den Bedingungen wachsender Verkehrsdichte ein besonders aufmerksames und umsichtiges Verhalten. Es können dort sehr komplizierte, schnellwechselnde Situationen entstehen, die dann vom Fahrer in kurzer Zeit zu bewältigen sind. Hohe Anforderungen an Reaktions- und Anpassungsfähigkeit des Kraftfahrers sind damit gestellt. Das bezieht sich vor allem auch auf seine Fahrfertigkeiten. Zu welchen tragischen Folgen die Nichtbeachtung der entsprechenden Pflichten führen können, zeigt folgender Fall.

Unfall am Autobahnparkplatz Es hatte sich ein Pkw-Fahrer wegen der Herbeiführung eines schweren Verkehrsunfalls zu verantworten, weil er leichtfertigerweise aus einem Parkplatz auf eine Autobahn aufgefahren war. Er hatte auf einem für ihn nicht gut überschaubaren Parkplatz gehalten. Da dieser stark belegt war - er stand nahe der Parkplatzeinfahrt -‚ wendete er und fuhr an der Parkplatzeinfahrt zügig auf die Autobahn wieder auf. Abgesehen davon, daß dies bereits pflichtwidrig war, hatte er von dieser Stelle aus nur eine rückwärtige Sicht von 100 m. Ein mit Höchstgeschwindigkeit auf seiner Fahrspur ankommender Pkw-Fahrer konnte mit derartiger verkehrswidriger Verhaltensweise nicht rechnen. Trotz sofortigen Bremsens und des Versuches, nach links auszuweichen, konnte er einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Bei diesem Unfall waren zwei Menschenleben zu beklagen. Hätte der verursachende Fahrzeugführer ordnungsgemäß den Parkplatz an der Ausfahrt verlassen, hätte er eine Sicht von mindestens 200 m nach hinten gehabt. Bei aufmerksamem Verhalten wäre der Unfall dann sicherlich vermieden worden. In dieser gegebenen Situation aber hat der auf die Autobahn Auffahrende nicht beachtet, daß bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h das Fahrzeug in 3,6 Sekunden 100 m zurücklegt. Für eine Strecke von 25 m benötigt es nur noch 0,9 Sekunden. Unter diesen Gesichtspunkten stellt es für den Autobahnbenutzer eine nicht zu bewältigende Situation dar, wenn plötzlich in kurzer Entfernung ein anderes Fahrzeug auf die Hauptfahrbahn auffährt, 6

ohne den fließenden Verkehr auf dieser ausreichend zu beobachten. In diesen Fällen sind die Fahrer auf der Hauptfahrbahn hinsichtlich eines rechtzeitigen Reagierens auf derartige Gefahrensituationen überfordert.

Forderungen der StVO Gerade für das Auffahren auf die Autobahn ergeben sich darum eine Reihe von Konsequenzen. Drei sind davon besonders hervorzuheben: 1. Der aus einem Parkplatz Ausfahrende ist wartepflichtig. Die Verkehrsfläche, auf die aufgefahren wird, ist als Hauptstraße zu betrachten. Daher gelten hier die Regelungen der Vorfahrt mit dem Grundsatz.,, Hauptstraße vor Nebenstraße". 2. Die Auffahrt darf nur erfolgen, wenn die übrigen Verkehrsteilnehmer, insbesondere der nachfolgende Verkehr nicht behindert wird. Dazu bedarf es ausreichender Sicht. 3. Kann die Ausfahrt erfolgen, dann muß zügig angefahren werden, um schnell eine der Autobahn angemessene Geschwindigkeit zu erreichen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn diese stark befahren wird. Das Gebot an den Wartepflichtigen, die Einmündung bzw. die Ausfahrt erst zu befahren, wenn er ausreichende Sicht hat und jede Gefährdung anderer Fahrzeugführer ausgeschlossen ist, umfaßt mehrere Forderungen. So ist der Wartepflicht grundsätzlich nicht auf der Einmündung, sondern vorher zu genügen. Dem Wartepflichtigen ist auch die Auffahrt dann untersagt, wenn dadurch andere Fahrer gezwungen werden könnten, Geschwindigkeit und Richtung ihres Fahrzeugs plötzlich zu verändern.

Vertrauensgrundsatz Fahrzeugführer dürfen grundsätzlich darauf

vertrauen, daß ihnen die Vorfahrt vom Wartepflichtigen gewährt wird. Bei erkennbaren oder voraussetzbaren Vorfahrtsverletzungen durch den Wartepflichtigen sind sie jedoch nach den gegebenen Möglichkeiten zur Gefahrenabwendung verpflichtet. Das heißt, sie dürfen die Vorfahrt nicht erzwingen, sondern müssen auf sie verzichten. Däs gebieten die Grundforderungen aus Paragraph 1 Absatz 1 StVO.

Autobahnanschlußstellen Die Regelung im Paragraph 13 Absatz 7 StVO dient der Flüssigkeit des Verkehrs auf Autobahnen. Grundsätzlich sind alle Auffahrwilligen wartepflichtig, sofern nicht durch vorfahrtsregelnde Verkehrszeichen eine andere Regelung bestimmt ist. Als durchgehender Verkehr auf den Hauptfahrbahnen gelten die linksseitig von hinten kommenden Fahrzeuge. Zwischen den Benutzern der Anschlußfahrbahnen und der parallel zu den Hauptfahrbahnen verlaufenden Nebenfahrbahnen wird die Vorfahrt grundsätzlich durch Verkehrszeichen geregelt. Es ist daher falsch verstandenes Entgegenkommen bzw. keine Rücksichtnahme, wenn jE'mand auf diese Weise dem Wartepflichtige die Auffahrt erleichtern will, indem er auf die Überholspur ausweicht. Handelt es sich um Kolonnenverkehr, ist diese Methode sowieso ungeeignet, weil wegen der nicht so großen Abstände die gesamte Kolonne ausweichen müßte. Auch kann nicht damit gerechnet werden, daß der nachfolgende Fahrer weiß, warum der vor ihm nach links ausweicht. Die entstehende Gefahrensituation rechtfertigt es daher, die in der StVO getroffenen Regelungen strikt einzuhalten. Handelt es sich dagegen um einen sogenannten Fahrzeugstau, dann ist es selbstverständlich Ausdruck der gegenseitigen Rücksichtnahme, wenn das Einordnen aus der Anschlußstelle durch entsprechende langsame Geschwindigkeit oder durch kurzes Halten ermöglicht wird. Andere Regelungen an Autobahnanschlußstellen können nur durch Vorschriftszeichen und Verkehrsleiteinrichtungen festgelegt werden. Oberrichter Dr. Joachim Schlegel Mitglied des Präsidiums dr Obersten Gerichts der DL.

Nur in Ausnahmefällen wird das Auffahren auf die Autobahn durch ein „Abkegeln' erleichtert, wie hier an der Anschlußstelle Dresden-Nord. Foto: Schadewald

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Das Verkehrssicherheitsprogramm der DDR in der Praxis

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Eine schöne Sache, dieser Ministreifenwagen des Verkehrserziehungszentrums Limbach-Oberfrohna. Er wird vielseitig in der Verkehrserziehung eingesetzt. Natürlich ist es auch für die Kleinen ein besonderes Erlebnis, mit dem Fahrzeug einige Runden zu fahren. Ausgerüstet ist dieser Ministreifenwagen mit einem Troll-Motor. Foto: Scheibe

Die Feriengestaltung wird von den Erziehern und der Verkehrspolizei genutzt, um den Kindern das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu erläutern. Außer theoretischen Kenntnissen werden auch an Kreuzungen und besonders gefährlichen Straßenabschnitten praktische Unterweisungen vorgenommen. Foto: Pohlmann

VSA mit vielen Ideen Seit Jahren gehört das Verkehrssicherheitsaktiv des Spezialgiaswerkes „Einhdit" Weißwasser zu den besten des Kreises. Zahlreiche Aktivitäten zeigen die 12 Mitglieder auch während der alljährlichen Aktion ‚Brennpunkt Straße" im Bezirk Cottbus. In Vorbereitung auf den Herbst- und Winterfahrverkehr werden technische Überprüfungen der Kraftfahrzeuge aber auch der Fahrräder vorgenommen. Bei den Rädern der Glaswerker geht es vor allem um die ordnungsgmäße Beleuchtungseinrichtung, die gerade in der lichtarmen Jahreszeit von besonderer Bedeutung ist. Zu den Initiativen ds Verkehrssicherheitsaktivs gehören auch die regelmäßigen verkehrserzieherischen Veranstaltungen mit Veteranen. Das ist mit aktuellen Auswertungen des Verkehrsunfallgeschehens verbunden und findet bei den älteren Bürgern stets große Zustimmung. Seit geraumer Zeit gehören auch öffentliche Auswertungen von Verkehrsdelikten der Spezialglaswerker in den sozialistischen Brigaden zum Programm des bewährten und mehrfach ausgezeichneten Verkehrssicherheitsaktivs. Reinhard Huschto, Weißwasser

Ein Kompliment für: Gunter Flemming Seit 13 Jahren versieht Gunter Flemming seinen ehrenamtlichen Dienst im Kollektiv der freiwilligen Helfer der Verkehrspolizei von Rochlitz. Dem 47jährigen freiwilligen Helfer liegt die Erziehung der Verkehrsteilnehmer zu diszipliniertem Verhalten im Straßenverkehr besonders am Herzen. Für seine vorbildlichen Leistungen, die er unter den Bedingungen der ständig wachsenden Verkehrsdichte auf dem Gebiet der Ordnung und Sicherheit im Straßenverkehr vollbrachte, wurde er mit der

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Mitglieder des Verkehrssicherheitsaktivs aus dem Spezialglaswerk „Einheit" Weißwasser Foto: Huschto bei der technischen Überprüfung von Kraftfahrzeugen.

„Verdienstmedaille des Mdl in Bronze' ausgezeichnet. Gunter Flemming ist auf vielen Strecken der verkehrspolizeilichen Arbeit versiert. So wird er bei Verkehrskontrollen oder der Begleitung von Großraum- und Schwerlasttransporten eingesetzt. Auch Bereitschaftsdienst ist für ihn kein Fremdwort. Ein Anruf genügt, und er steht einsatzbereit vor seinem Haus und erwartet das Eintreffen der Verkehrsnfallbereitschaft.Obermeister der VP Hartmut Jaaks, Rochlitz Gunter Flemming (rechts) während einer Verkehrskontrolle auf der F 175. Foto: Matthes

Die Pforten der Leipziger Herbstmesse '82 sind längst geschlossen. So mancher unserer Leser wird die Gelegenheit wahrgenommen haben, sich über Neuigkeiten des Kraftfahrzeugbaus der DDR direkt an den IFAStänden zu informieren und überdies die Exponate der wiederum recht zahlreich vertretenen ausländischen Firmen sozusagen „vor Ort" zu begutachten. Sensationen blieben aus. Niemand hat sie wohl auch erwartet. Deutlich ist der weltweite Trend, rundum vernünftige Kraftfahrzeuge zu bauen, deren erste Tugend darin besteht, mit möglichst wenig Kraftstoff auszukommen. Kompaktbauweise, Bedienungs- und Fahrkomfort, aber vordergründiger denn je auch universelle Zweckmäßigkeit sind die Rezepturen, die alle Pkw-Produzenten für die Konzeption der Autos der 80er Jahre anwenden. Daß dieser konstruktive Standardrahmen noch Raum für formgestalterische Feinarbeit läßt, die letztlich den konzeptionell oft sehr ähnlichen Autos ihre besondere Note verschafft, war eine erfreuliche Feststellung bei unserem Messerundgang.

Messe-Magnete für Motorisieee Kompliziert war der Umgang mit der Kamera (wie in jedem Jahr) in Halle 11, dem Stammplatz unserer volkseigenen Fahrzeugindustrie. Hier drängten sich die Besucher an allen Exponaten und bekundeten damit ihr starkes Interesse an der Weiterentwicklung jener Fahrzeuge, die viele von ihnen bereits besitzen oder aber vielleicht auch erst erwarten. Mit einem Großaufgebot von motorisierten Zweirädern konfrontierte unser IFA-Zweiradkombinat die Messebesucher. Typen- und Farbenvielfalt, ebenso wie neue, von Exportkunden gewünschte Ausstattungsvarianten sorgten für ein imponierend buntes Bild. Fast traditionsgemäß war auch wieder eine Messepremiere fällig: Simson präsentierte das Kornfort-Mokick 5 51 C in strahlendem Atlasweiß und - als wirksamen Kontrast dazu - mit mattschwarzem Motor. Dieser sechsten MokickVariante aus Suhl galt verständlicherweise das besondere Interesse ganz junger Messebesucher. Viele der Ausstattungsdetails des „Comfort"-Typs stammen vom geländegängigen „Enduro'-Modell, das es nun schwer hat, seine Starrolle zu behaupten.

Wartburg-Neuheit im Verborgenen: Leuchtdioden zeigen den momentanen Kraftstoffverbrauch an. Sie sind in einem überarbeiteten Anzeigeinstrument angeordnet, das auch Kraftstoffvorrat undTemperatursignalisiert.

Ein origineller kleiner Geländewagen, der großes Publikumsinteresse fand: der sowjetische LuAZ 969 M. Bei ihm ist der luftgekühlte Vierzylinder-V-Motor (vom Saporoshez) unter der Fronthaube untergebracht.

Erheblich gemausert hat sich der Moskwitsch. Als Modell 82 wurde - wie vor einem Jahr ein grüner 1500er gezeigt, dessen Innenausstattung - den Kommentaren der Begutachter zufolge - recht gut gefiel.

Der MZ-Knüller vom Vorjahr, die ETZ 250, beherrschte das Zschopauer Messeterrain in Halle 11. Auch sie gab es in einer Luxusausführung mit wunderschönem Glanzlack (MetallicBlau) zu sehen; dazu ein verchromter Vorderradkotflügel, ein zusätzlicher Seitenständer und die nach oben abgewinkelte Abgasanlage. Auch wenn der Knick nur ganze 7 Grad vom ehemals gestreckten Verlauf des Schalldämpfers abweicht, so ist die optische Wirkung doch überraschend effektvoll. Das Ganze sieht sportlich aus - eine Schönheitskorrektur, die von Anfang an fällig war und auch unseren im Testbericht (Heft 12/81) geäußerten Wunsch erfüllte. Gefälliger, so finden wir, wirkt die neue Beschriftung am Kraftstoffbehälter und an der Seitenverkleidung. Daß die beiden Rundinstrumente der MZ-Maschinen - Tachometer und Drehzahlmesser - in Aussage und gestaltenscher „Neben'funktion bisher nicht rundweg befriedigten, vermerkten wir in erwähntem DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 10/1982

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Nicht mehr nur auf der Messe zu sehen: der Lada 1300 S, der seit geraumer Zeit auch schon im Ifa-Vertrieb verkauft wird. In Heft 11 berichten wir über unsere Eindrücke von einem Testwagen.

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Der „kleine" Volvo: der Typ 345 in GLS-Ausführung mit Vierzylinder-Viertakter von 1986 cm3 (70 kW/95 PS). Der Typ 343 mit 1397 cm3 (47 kW/64 PS) hat als Besonderheit ein automatisches Keilriemengetriebe.

Wie schon im Vorjahr zeigte der rumänische Aussteller „Auto-Dacia" neben dem Dacia 1300 als Kombi (mit Doppelscheinwerfern) auch einen geländegängigen „Aro 10-4" mit gleichem 1300er Benzinmotor.

Das „Flaggschiff" des westdeutschen AudiProgramms, der Audi 200, rundete neben dem VW Santana das Wolfsburger Messeaufgebot nach oben hin ab. (200 SE, 5-Zyl.Einspritzmotor, 100 kW/126 PS).

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Bugpartie des neuen MZ-Superelastik-Seitenwagens mit vorderem Blinker und Seitenbegrenzungsleuchte. Am Heck gibt's einen Extra-Blinker.

Die Seitenansicht der MZ ETZ 250 macht deutlich, daß der Knick in der Abgasanlage viel besser zum gesamten Erscheinungsbild dieser sportlichen Maschine paßt. Wir hätten uns den Auspuff sogar noch ein bißchen höher w,n.rhf . . . ......

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Mit dem neuentwickelten BVF-Vergaser 28 HB 4— 1 (mit Luftsteuer- Am Trabant S de Luxe noch Ende 82 serienmäßig geplant: das neue ventil) wird der Trabant-Zweitakter im Teillastbereich sparsamer. Vierspeichenlenkrad mit griffigem Kranz (25 mm Durchmesser) und Das nützt nicht nur dem Besitzer. großer Prallfläche, die ein wirksames Sicherheitspolster darstellt. Test ebenfalls. Nun entdeckten wir Besseres, das das gesamte Cockpit einladender macht. Gespann-Freunde können frohlocken. Der Superelastik-Seitenwagen von MZ hat sich gemausert, ist ETZ-gerechter, d. h. sportlicher geworden, wie das Foto zeigt.

Wartburg ‚zieht Register" Alle Register zum Kraftstoffsparen zieht - um ein geflügeltes Wort zu gebrauchen - der Eisenacher Pkw, seitdem er mit einem Jikov-Zweistufen-Fallstromvergaser und einer querschnittserweiterten Ansauganlage ausgerüstet wird. Näher charakterisiert den modernen Registervergaser aus der ÖSSR und die jetzt beim überarbeiteten Wartburg-Motor (mit Ansauggemischvorwärmung) erreichte Kraftstoffverbrauchssenkung unser spezieller Beitrag auf der Seite 23 dieses Heftes. Erwähnt sei, daß der Wartburg mit einer neuen Scheibenwaschanlage vom VEB Metallwarenfabrik Breitungen und mit einem Intervallschalter ausgerüstet wird, der die Wisch-Wasch-Automatik in Gang setzt. Zwei Millionen Trabant verließen das Werk. Seine Anhängerschar ist groß. Jene, die den Zwickauer bereits fahren, und jene, die sich für einen Kauf entschieden haben, werden es begrüßen, daß es auch bei unserem gebrauchstüchtigen und strapazierfähigen Kleinwagen weitere Verbesserungen im Detail gibt. Die Verbrauchssenkung, dank eines neuartigen Vergasers mit Luftsteuerventil, macht das Trabant-Fahren noch wirtschaftlicher, Änderungen im Innenraum verbessern den Bedienungskomfort. Dazu zählen PUR-Vierspeichenlenkrad und die neue Instrumententafel mit durch Schaumkunstleder verkleideter Faserplastabdeckung. Der Tachometer (mit Tageskilometerzähler) erhielt einen Blendschutz, der Reflexionen an der Front- und Türscheibe vermeidet. Langlebigkeit wird der wartungsarmen Bleistarterbatterie bescheinigt (54 statt 48 Monate). Sozusagen „mit links" kann der Kombifahrer, künftig bei seinem Universal die Heckklappe öffnen und das Gepäck einladen. Zwei Gasfe10

Vielseitig war die Offerte der Betriebe, die Pkw-Lastanhänger bauen; auffällig bei allen die Varianten mit verzinktem Fahrgestell und Kasten aus Holz. Im Bild der HP 500.01 (150 kg schwer. 350 kg Zuladung) Auch der Caravan Bastei-2 hat jetzt eine selbstlösende Rückfahrsperre. Das erleichtert notwendige Fahrmanöver im Rückwärtsgang. Ein zweiter Schwingungsdämpfer fiel ebenfalls auf.

Künftige Käufer eines Trabant-universal werden es im Umgang mit der Heckklappe viel bequemer haben. Links und rechts hebt eine Gasfeder die Klappe. Der Kombi sammelt damit einen weiteren Pluspunkt.

Eine Neuheit bei den Obernhauer Wohnzeltanhängern: der CT 5-3 LB. Er ist noch kompletter ausgestattet, u. a. mit 220-Volt-Anschluß und Rückfahrautomatik am gebremsten Fahrgestell.

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Nissan/Datsun-Aufgebot in Halle 17. Mit neuem Gesicht, überarbeitetem Triebwerk und wie es heißt - „leiserem Innenraum" wurde der Cherry nebem dem Sunny präsentiert, ersterer mit Schräg-, zweiterer mit Stufenheck.

dem (Hersteller: VEB Stoßdämpferwerk Hartha) übernehmen das Abstützen der Heckklappe selbsttätig. Die Gasfedern arbeiten als pneumatische Kraftspeicher. Sie bestehen aus einem gasgefüllten Zylinder, in dem ein Kolben mit Kolbenstange läuft. Die komprimierte Gasfüllung gleicht die Masse der Heckklappe fast aus. Solche Verbesserungen im Detail machten den Trabant von Jahr zu Jahr kompletter, zuverlässiger, bequemer. Ähnliche Zwickauer Initiativen wird es, dessen sind wir sicher, auch künftig geben. Den Weltstand in Funktionsparametern und Grenznutzungswerten ihrer Trockenreibungskupplungen bestimmen die volkseigenen Renak-Werke in Reichenbach mit, die als Neuentwicklungen sechs Typen (von T 160 bis TIP 380) anbieten. Auch von solchem „Zubehör" hängen Qualität und Zuverlässigkeit eines Kraftfahrzeuges ja wesentlich mit ab. Aus der Typenreihe der Olbernhauer Wohnzeltanhänger (CT 4, CT 5, CT 6-2) ging mit dem CT 5-3 eine Neuentwicklung hervor. Sein Fahrwerk ist als selbständige Baugruppe ausgeführt und leicht vom Kasten zu trennen (Lösen von 8 Sechskantmuttern). Bugrad und Halterung für ein Ersatzrad unter dem Kastenboden sind nützlich, die mechanische Auflaufbremse mit Rückfahrautomatik - auch beim Wohnanhänger Bastei eingeführt - entspricht dem international Üblichen.

Neu dabei: Nissan

Das Visa-Programm ist variabel. Der Wagen wird mit luftgekühltem Zweizylinder-BoxerMotor (647 cm3, 25 kW/34 PS) oder - als Visa II - mit wassergekühltem Vierzylinder (1116 bzw. 1210 cm', 34/37 kW) ausgerüstet.

Sparsamster und Kleinster am VW/AudiStand war der Polo E. Dieser Pkw mit gefälliger Kombikontur hat als spezielle Sparvariante (Formel E = Energiesparer) bei 1100 cm3 (37 kW/50 PS) wenig Durst.

Das Atlasweiß aus Suhl: Simson 5 51 C. Besonders mit Lob junger Begutachter bedacht: der erstamls bei einem solch kleine Zweirad angebotene Drehzahlmesser, der Seitenständer, der Bremslichtkontakt in der Vorderradbremse.

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Die meisten der ausländischen Pkw-Produzenten, für die Leipzig seit Jahren eine Messe wert ist, fand man auf dem Gelände wieder auf ihrem alten Platz: Volvo und Fiat, Motokov mit Skoda und das sowjetische Außenhandelsunternehmen Avtoexport mit Lada, Wolga und Moskwitsch oder der rumänische Aussteller „Auto-Dada'. In Halle 17 war die japanische Firma Toyo Kogyo mit ihrem Mazda-Programm eingezogen. Dort zeigten sie die drei 323er Typen (Schrägheck/Stufenheck/Kombi), den repräsentativen 2-Liter-Wagen „Mazda 929" und den sportlichen „RX-7" mit 2-Scheiben-Kreiskolben-Motor (2 x 573 cm3). Neu dabei - in Nachbarschaft von Citroen, Peugeot! Talbot - war der Nissan-Konzern, dessen Datsun-Limousine „Sunny" (1487 cm', 75 PS) interessanterweise mit Pneumant-Radialreifen präsentiert wurde. Mit von der Partie: Datsun„Cherry" (1270 cm3, 60 PS) und ein bei der spektakulären Safari-Rallye erfolgreiches Datsun-Wettbewerbsmodell im „Rallye-Dreß". Die Automobilindustrie der Bundesrepublik Deutschland vertraten Mercedes (Sechszylinder-280/380 SE, Fünfzylinder-Turbo-Diesel 300 TD und die Coupäs 380 bzw. 500 SEC mit 8-Zylinder-V-Motor - 4973 cm3, 170 kW/231 PS!) und VW/Audi. Ihren Polo Formel E (1093 cm3, 37 kW/50 PS) wiesen die Wolfsburger als Sparkünstler aus: 4,9 1 soll' er nur verbrauchen, wenn er mit Tempo 90 rollt... Gezeigt wurden außerdem ein Golf C (Diesel), die StufenheckAlternative Jetta GL (1457 cm3, 51 kW/70 PS) und der elegante Santana GL 5 mit AutomatikGetriebe (1921 cm3, 85 kW/115 PS) sowie das Audi-,,Flaggschiff" 200. Unser Messerundgang mit der Kamera gibt einen Überblick. Am technischen Detail Interessierte wird er kaum befriedigen. Wer selbst „vor Ort" war, hat zweifellos viel mehr gesehen. Leipzig ist eben eine Reise wert. Die Aussteller zuerst werden das wieder bestätigen können. Wolfram Riedel

zu Bau, Betrieb und Ausrüstung von Fahrzeugen Dritte Durch führungsbe st/mm ung1 ) zur Straßen verkehrsZulassungs-Ordnung (StVZO) vom 28. Mai 1982 Aufgrund des § 25 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) vom 26. November 1981 (GBI. 11982 Nr. 1 S. 6) wird im Einvernehmen mit den Leitern der zuständigen zentralen Staatsorgane folgendes bestimmt:

1. Erteilung der Betriebserlaubnis und Bauartgenehmigung §1 Allgemeine Betriebserlaubnis (1) Den Anträgen der Hersteller oder Importbetriebe auf Erteilung einer Allgemeinen Betriebserlaubnis für in Serie gefertigte oder importierte Fahrzeuge sind die vom Kraftfahrzeugtechnischen Amt der Deutschen Demokratischen Republik (nachfolgend KTA genannt) vorgeschriebenen Unterlagen beizufügen. (2) Der Hersteller oder Importbetrieb ist verpflichtet. dem KTA mindestens ein Fahrzeug zum Zwecke der Typprüfung und Betriebserprobung für eine angemessene Zeit unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. (3) Der Inhaber einer Allgemeinen Betriebserlaubnis ist verpflichtet, technische Änderungen, die die Bestimmungen über den Bau und Betrieb sowie die Ausrüstung von Fahrzeugen und die zu ihrer Durchführung erlassenen Vorschriften betreffen, vor Einführung in die Produktion oder vor dem Import vom KTA genehmigen zu lassen. Das KTA entscheidet über die Ausstellung einer Ergänzung zur Allgemeinen Betriebserlaubnis und über die Notwendigkeit der Prüfung des geänderten Fahrzeugs. Dazu ist dem KTA für eine angemessene Zeit ein Fahrzeug unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Die mit der Prüfung und Erteilung der Allgemeinen Betriebserlaubnis anfallenden Kosten trägt der Antragsteller. (4) Zur Gewährleistung einer den Rechtsvorschriften der Deutschen Demokratischen Republik entsprechenden Verkehrssicherheit sowie zur Beachtung energieökonomisch günstiger Parameter hat der Importbetrieb für Straßenfahrzeuge, Bau- und Zubehörteile die Zustimmung zum Import vom KTA einzuholen. Die Zustimmung des KTA ist Voraussetzung für den Abschluß der Einfuhr- und Importverträge. Sie kann an die Erfüllung bestimmter Bedingungen gebunden werden. (5) Werden für einen Fahrzeugtyp Ausnahmen von den Straßenverkehrsbestimmungen oder den zu ihrer Durchführung erlassenen Vorschriften genehmigt, sind die Ausnahmen und die gegebenenfalls in der Ausnahmegenehmigung festgelegten Auflagen oder Bedingungen in die Allgemeine Betriebserlaubnis einzutragen. (6) Der Inhaber einer Allgemeinen Betriebserlaubnis - bei Importfahrzeugen der zuständige Importbetrieb - hat für jedes dem Fahrzeugtyp entsprechende Fahrzeug einen Fahr12

zeugbrief unter Verwendung der vom Ministerium des Innern anzufordernden Vordrucke auszustellen. Die Richtigkeit der Angaben über die Beschreibung und Beschaffenheit des Fahrzeugs und die Übereinstimmung mit dem genehmigten Fahrzeugtyp sind zu bestätigen. Die Übertragung der Angaben aus der Allgemeinen Betriebserlaubnis in den Fahrzeugbrief hat ohne Streichung oder Zusätze zu erfolgen; das Baujahr, die Fahrgestellnummer und die Farbe des Fahrzeugs sind für jedes Fahrzeug gesondert einzutragen. (7) Fahrzeugbriefe sind verschlossen aufzubewahren. Ober ihren Bestand und Verbrauch ist ein Nachweis zu führen. Die zuständigen Bezirksbehörden der Deutschen Volkspolizei sind berechtigt, die Aufbewahrung der Fahrzeugbriefe und die Nachweisführung zu kontrollieren. (8) Das KTA ist berechtigt und verpflichtet, bei den Herstellern und Importbetrieben sowie den Einrichtungen des Handels Nachprüfungen bezüglich der Einhaltung der mit der Allgemeinen Betriebserlaubnis übertragenen Befugnisse durchzuführen. (9) Die Allgemeine Betriebserlaubnis besitzt eine Gültigkeit von drei Jahren. Das KTA kann eine geringere Gültigkeitsdauer festlegen. Eine Verlängerung der Allgemeinen Betriebserlaubnis kann beim KTA beantragt werden. Die Einstellung der Produktion oder des Imports eines genehmigten Fahrzeugtyps ist dem KTA umgehend mitzuteilen. (10) Stellen sich während des Betriebes an Fahrzeugen eines genehmigten Fahrzeugtyps wesentliche Mängel der Betriebssicherheit oder solche Mängel heraus, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, kann die Allgemeine Betriebserlaubnis vor Ablauf der Gültigkeitsdauer entzogen werden. §2 Einzel-Betriebserlaubnis (1) Für einzeln gefertigte, eingeführte oder importierte Fahrzeuge eines nicht nach § 1 genehmigten Fahrzeugtyps ist vom Hersteller oder Importbetrieb ein schriftlicher Antrag auf Erteilung einer Einzel-Betriebserlaubnis an die zuständige Bezirksstelle des KTA zu richten. Für einzeln eingeführte Fahrzeuge ist auch der Eigentümer antragsberechtigt. Der Importbetrieb hat die Zustimmung des KTA zum Import einzuholen. Die Zustimmung ist Voraussetzung für den Abschluß der Einfuhr- und Importverträge. Sie kann an die Erfüllung bestimmter Bedingungen gebunden werden. Dem Antrag sind die vom KTA vorgeschriebenen Unterlagen und die gegebenenfalls erforderlichen staatlichen Aufbau-, Umbau- oder Einfuhrgenehmigungen für das Fahrzeug nach den einschlägigen Rechtsvorschriften2) beizufügen. (2) Der Antragsteller ist verpflichtet, dem KTA unentgeltlich ein Fahrzeug zum Zwecke der Prüfung für die Erteilung der Einzel-Be-

triebserlaubnis für einen angemessenen Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Die mit der Prüfung und Erteilung der Einzel-Betriebserlaubnis anfallenden Kosten3 ) trägt der Antragsteller. (3) Die Fahrzeugbriefe für einzeln gefertigte, eingeführte oder importierte Fahrzeuge werden vom KTA oder vom Ministerium des Innern ausgefertigt. §3 Bauartgenehmigungen (1) Die nachstehend aufgeführten Fahrzeugteile und Ausrüstungen müssen in einer genehmigten Bauart ausgeführt sein: 1. alle Beleuchtungs- und Signaleinrichtungen, die für Fahrzeuge vorgeschrieben oder zulässig sind, 2. Glühlampen für alle Leuchten, 3. Sicherungsleuchten und Warndreiecke, 4. Einrichtungen zur Reinigung von Scheinwerfern, 5. reflektierende Kennzeichentafeln, 6. Heizungen, außer Warmwasserheizungen gemäß § 32 Abs. 2 Buchst. c, 7. mechanische, elektrische, pneumatische und hydraulische Verbindungseinrichtungen von Zügen, 8. Höheneinstelleinrichtungen für AnhängerZuggabeln und Zugrohre, 9. Kugellenkkränze für Anhänger, 10. Anhängerachsen, 11. Abschleppseile, -stangen und andere Abschleppvorrichtungen, 12. Auflaufbremseinrichtungen, 13. Felgen, Reifen und Räder, 14. Abgasanlagen, 15. Sicherheitsglas, 16. Scheibenwischanlagen, 17. Sicherheitsgurte und andere Rückhaltesysteme, 18. Rückspiegel, 19. Geschwindigkeitsmesser und Wegstrekkenzähler, 20. Fahrtschreiber, 21. Einrichtungen für akustische und optische Warnsignale, 22. Lenkräder und Kraftradlenker, 23. Kindersitze für alle Fahrzeuge, 24. Vorlegekeile, 25. Schutzhelme, 26. Verkleidung für Krafträder, 27. Dachgepäckträger, 28. transportable Leuchtenträger und Rückspiegelhalter, 29. Gasanlagen, 30. Schutzbrillen, 31. Kopfstützen, 32. heizbare Scheiben,

1) 2. DB vom 29. März 1982 (GBL 1 Nr. 17 S. 358) 2) Z. Z. gilt die Anordnung vom 27. April 1982 über den Umbau und Aufbau von Kraftfahrzeugen und deren Anhänger - Kraftfahrzeugumbauordnung )Kfz.UbO) - )GBI. 1 Nr. 21 S. 413 3) Z. Z. gilt die Anordnung Nr. 9 vom 28. Juli 1980 über die Gebührentarife des Verkehrswesens )Sonderdruck Nr. 603/1 des Gesetzblattes),

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33. Schneeketten und andere Gleitschutzeinrichtungen, 34. Anhänger für Krafträder, Kleinkrafträder und Fahrräder sowie Seitenwagen für Krafträder, 35. Luftleiteinrichtungen aller Art. (2) Für Fahrzeugteile und Ausrüstungen, die im Straßenverkehr erprobt werden, ist eine Bauartgenehmigung nicht erforderlich, wenn die Fahrzeugführer eine entsprechende Bestätigung der Zentralstelle des KTA mitführen. (3) Für die Beantragung und Erteilung einer Bauartgenehmigung gelten die Bestimmungen des § 17 StVZO. (4) Für Fahrzeugteile und Ausrüstungen, die gemäß Abs. 1 in einer genehmigten Bauart ausgefertigt sein müssen, jedoch kein Prüfzeichen gemäß § 17 StVZO tragen, wird im Rahmen der Erteilung der Betriebserlaubnis gemäß § 16 StVZO die Bauart für den Fahrzeugtyp genehmigt.

II. Abmessungen, Lasten und Massen §4 Abmessungen der Fahrzeuge und Züge (1) Kraftfahrzeuge und deren Anhänger dürfen folgende höchstzulässigen Abmessungen nicht überschreiten: a) Fahrzeugbreite über alles 2,50 m b) Fahrzeugbreite bei land- und forstwirtschaftlichen Spezial- und Arbeitsfahrzeugen über alles 3,00m 4,00m c) Fahrzeughöhe über alles d) Fahrzeuglänge für Einzelfahrzeuge außer Sattelauflieger 12,00 m e) Gesamtlänge für Züge über alles: Sattelzugmaschinen einschließlich Sattelauflieger 16,50m 18,00m Züge mit einem Anhänger Züge mit zwei Anhängern 22,00 m Gelenkzüge 18,00m. In einem Zug dürfen nicht mehr als zwei Anhänger mitgeführt werden. (2) Lastkraftwagen und Anhänger dürfen einschließlich ihrer festen Aufbauten die aus Anlage 3 Buchst. a ersichtlichen Höhenmaße nicht überschreiten, wenn sie offene Laderäume haben. Verdeckspriegel und Verdeckgestell müssen abnehmbar sein; bei Fahrzeugen mit einer Nutzlast von mehr als 3,0 t müssen sie in der Mitte eine lichte Höhe von mindestens 2,00 m haben oder auf diese Höhe einstellbar sein. §5 Bodenfreiheit (1) Kraftfahrzeuge und deren Anhänger müssen eine ausreichende, den Betriebsbedingungen entsprechende Bodenfreiheit in Fahrtrichtung aufweisen. (2) Die Bodenfreiheit vollbelasteter Nutzkraftfahrzeuge muß mindestens betragen: a) bei Nutzkraftfahrzeugen über 1,0 bis 2,5 t 23 cm Nutzlast b) bei Nutzkraftfahrzeugen über 2,5 t Nutzlast 25 cm. (3) Die Bodenfreiheit kann nach den Rädern zu abnehmen entsprechend einem Kreisbogen, der durch die Mitte der Auflageflächen der Räder einer Achse (bei Doppelbereifung der inneren Räder) geht und dessen Scheitelhöhe den im Abs. 2 angegebenen Werten entspricht (Anlage 3 Buchst. b) DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 10/1982

(4) Bei Nutzkraftfahrzeugen über 1,0 t bis 2,5 t Nutzlast kann das Gehäuse für das Ausgleichgetriebe bis 3 cm bei Nutzkraftfahrzeugen über 2,5 t bis 3,5 t Nutzlast bis 4 cm in den frei bleibenden Raum (gestrichelter Teil der Abbildung gemäß Anlage 3 Buchst. b) hineinragen. Das Gehäuse muß in diesen Fällen ausreichend versteift sein und darf an seiner Unterseite keine leicht verletzbaren Absätze oder Verschraubungen haben. (5) Kraftfahrzeuge, deren Höchstgeschwindigkeit 30 km/h nicht übersteigt, und solche, die mit gespeicherter elektrischer Energie angetrieben werden, sind von den Bestimmungen der Absätze 2 bis 4 befreit. §6 Achslasten und Gesamtmassen (1) Bei Kraftfahrzeugen und Anhängern dürfen die Achslasten folgende Werte nicht übersteigen: a) Einzelachse lOt b) Mehrfachachse mit einer Summe der Radstände bis zu 1 m insgesamt lOt c) Mehrfachachse mit einer Summe der Radstände über 1 m nach folgender Tabelle: Radstand Mehrfachachslast 2,0 t mal Anzahl der Achsen bis 0,6 m 0,61 bis 0,7 m 2,75 t mal Anzahl der Achsen 0,71 bis 0,8 m 3,5 t mal Anzahl der Achsen 0,81 bis 0,9 m 4,25 t mal Anzahl der Achsen 0,91 bis 1,0 m 5,0 t mal Anzahl der Achsen 1,01 bis 1,1 m 5,75 t mal Anzahl der Achsen 1,11 bis 1,2 m 6,5 t mal Anzahl der Achsen 1,21 bis 1,3 m 7,25 t mal Anzahl der Achsen 1,31 bis 2,0 m 8,0 t mal Anzahl der Achsen Dabei darf die Achslast einer Achse 10t nicht überschreiten. (2) Die Achslastverteilung muß so ausgelegt sein, daß ein Fahrzeug in allen Betriebszuständen sicher gelenkt werden kann. In allen statischen Belastungszuständen in der Ebene muß jede gelenkte Achse mindestens 20 % der jeweiligen Gesamtmasse tragen. Die zulässige Gesamtmasse für Einzelfahrzeuge und Züge ergibt sich aus der Summe der zulässigen Achslasten. Bei Kraftfahrzeugen oder Anhängern, die nicht mit Luftreifen ausgerüstet sind, darf die Achslast höchstens 4 t betragen. (3) Straßenwalzen sind von den Bestimmungen über Achslasten befreit. §7 Anhängelast (1) Beim Mitführen von Anhängern hinter Kraftfahrzeugen dürfen die vom Hersteller angegebenen und in der Betriebserlaubnis bestätigten Gesamtanhängelasten nicht überschritten werden. Die zulässigen Gesamtanhängelasten sind im Fahrzeugbrief und Zulassungsschein einzutragen. (2) Bei Krafträdern darf die Gesamtmasse des mitgeführten Seitenwagens nicht mehr als 75 % (ohne Seitenwagenbremse) bzw. 85 % (mit Seitenwagenbremse), die Gesamtmasse des mitgeführten Anhängers nicht mehr als die Hälfte der um 75 kg erhöhten Leermasse des Kraftrades betragen. Seitenwagen und Anhänger dürfen gleichzeitig nicht mitgeführt werden. (3) Bei Kraftfahrzeugen mit Personenkraftwagen-Fahrgestell darf die Gesamtmasse eines mitgeführten ungebremsten Anhängers nicht mehr als die Hälfte der um 75 kg erhöhten Leermasse des ziehenden Fahrzeugs betragen. (4) Bei Lastkraftwagen darf die Gesamtmasse eines mitgeführten einachsigen Anhän-

gers nicht mehr als 50 % der Leermasse des ziehenden Fahrzeugs, höchstens jedoch 3 t betragen. Von dieser Bestimmung sind Langmaterialnachläufer befreit.

III. Bereifung, Lenkung und Bremsen §8 Bereifung und Laufflächen (1) Maße und Bauart der Reifen müssen den Betriebsbedingungen, besonders der Belastung und Geschwindigkeit, entsprechen. Reifen oder andere Laufflächen dürfen keine Unebenheiten haben, die eine feste Fahrbahn beschädigen können. Bodengreifer müssen beim Befahren befestigter Straßen abgenommen oder auf andere Weise unwirksam gemacht werden. Der Betrieb von Reifen unterschiedlicher Bauart ist grundsätzlich nur achsweise zulässig. (2) Felgen mit Verschlußringen müssen mit Verschlußringsicherungen versehen sein, die ein selbsttätiges Abspringen der Verschlußringe verhindern. (3) Die Räder der Fahrzeuge müssen mit Luftreifen versehen sein, soweit nicht nachstehend andere Bereifungen zugelassen sind. Als Luftreifen gelten Reifen, deren Arbeitsvermögen überwiegend durch den Überdruck des eingeschlossenen Luftinhaltes bestimmt wird. Luftreifen an Fahrzeugen müssen am gesamten Umfang und auf der gesamten Breite der Lauffläche mit Profilrillen versehen sein. Die Profiltiefe muß an jeder Stelle der Lauffläche mindestens 1 mm betragen. (4) Statt Luftreifen sind für Fahrzeuge mit Höchstgeschwindigkeiten bis zu 25 km/h Gummireifen (Elastikreifen) zulässig. Das gilt auch für Kraftfahrzeuge ohne gefederte Triebachsen, jedoch nur mit Höchstgeschwindigkeiten bis 16 km/h. (5) Gleitschutzeinrichtungen müssen mindestens auf den äußeren Rädern einer Achse montiert werden. §9 Schmutzfänger (1) Kraftfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 50 km/h sowie deren Anhänger müssen mit Schmutzfängern oder Radeinbauten ausgerüstet sein. Ausgenommen davon sind die gelenkten Achsten bei Anhängern. (2) Schmutzfänger oder Radeinbauten müssen so angebracht oder beschaffen sein, daß bei zulässiger Gesamtmasse des Fahrzeugs der Spritzwinkel an der Hinterachse 15° nicht überschreitet. (3) Schmutzfänger müssen mindestens die gesamte Reifenbreite abdecken. § 10 Lenkanlage (1) Die Bauart der Lenkanlage und die Belastung der gelenkten Räder sind nach Gesamtmasse und Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs so zu bestimmen, daß ein leichtes und sicheres Lenken möglich ist. Fahrbahnhindernisse und Reifenbrüche dürfen in den Lenkungsteilen keine Kräfte auslösen, die das sichere Lenken stärker beeinträchtigen, als dies nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbar ist. 13

(2) Die Verbindung der Lenkungsteile darf sich durch Abnutzung nicht selbständig lösen. Verbindungsteile der Lenkanlage, die sich selbständig lösen können, sind auf geeignete Weise zu sichern. Ausgebaute Sicherungsteile dürfen nicht wieder verwendet werden. (3) Bei Verwendung von Lenkhilfen (Hufskraft- oder Fremdkraft-Lenkanlagen) muß die Lenkbarkeit des Fahrzeugs auch bei Ausfall der Lenkhilfe gewährleistet sein. (4) Instandsetzungsschweißungen an Lenkungsteilen dürfen nur von dazu zugelassenen Schweißbetrieben nach bestätigten Technologien vorgenommen werden. Die geschweißten bzw. regenerierten Lenkungsteile sind entsprechend zu kennzeichnen. § 11 Bremsen (1) Kraftfahrzeuge müssen mindestens zwei voneinander unabhängige Bremsanlagen haben oder eine Bremsanlage mit mindestens zwei voneinander unabhängigen Betätigungseinrichtungen, von denen jede auch dann betätigt werden kann, wenn die andere versagt. Die voneinander unabhängigen Betätigungseinrichtungen müssen durch getrennte Übertragungseinrichtungen auf verschiedene Bremsflächen wirken. Können mehr als zwei Räder gebremst werden, so dürfen gemeinsame Bremsflächen und gemeinsame Übertragungseinrichtungen benutzt werden. Alle Bremsflächen müssen auf zwangsläufig mit den Rädern verbundene, nicht auskuppelbare Teile wirken. Ein Teil der Bremsfläche muß unmittelbar auf die Räder wirken oder auf Bestandteile, die mit den Rädern ohne Zwischenschaltung von Ketten oder Getriebeteilen verbunden sind. Die Bremsen müssen leicht nachstellbar sein oder eine selbsttätige Nachstelleinrichtung haben. Die Bremsanlagen müssen folgende Funktionen erfüllen: - Betriebsbremsung - Hilfsbremsung - Feststellbremsung. Die Betätigungseinrichtungen der Bremsanlagen müssen vom Fahrersitz aus leicht erreichbar sein. (2) Krafträder müssen mit zwei voneinander unabhängigen Betriebsbremsanlagen, die voneinander unabhängige Betätigungseinrichtungen haben, ausgerüstet sein. Eine Anlage muß auf das Vorderrad und die andere mindestens auf das Hinterrad wirken. Eine Hilfsbremsanlage und eine Feststellbremsanlage sind nicht erforderlich. (3) Personenkraftwagen und Nutzkraftfahrzeuge müssen mit einer Betriebs-, Hilfs- und Feststellbremsanlage ausgerüstet sein. Die Feststellbremsanlage muß so beschaffen sein, daß die bremsenden Teile durch eine Einrichtung mit rein mechanischer Wirkung in Bremsstellung gehalten werden. Haben die Betriebsbremsanlage und die Hilfsbremsanlage eine gemeinsame Betätigungseinrichtung, so muß die Feststellbremsanlage so beschaffen sein, daß sie vom Fahrzeugführer während der Fahrt betätigt werden kann. Bei Störungen der Betriebsbremsanlage muß es mit der Hilfsbremsanlage oder mit dem nicht von der Störung betroffenen Teil der Betriebsbremsanlage möglich sein, das Fahrzeug unter den für die Hilfsbremsung geltenden Bedingungen anzuhalten. Dieses gilt auch für Züge bei Störungen der Anhängerbremsanlage. Die Verbindungen von Druckluftbremsanlagen zum Anhänger müssen nach Zwei- oder Mehrleitungsbauart ausgeführt sein. 14

(4) Anhänger (auch Sattelauflieger) über 750 kg Gesamtmasse, die hinter Kraftfahrzeugen mitgeführt werden, müssen eine Betriebsbremsanlage besitzen, die durch die Betätigungseinrichtung der Betriebsbremsanlage des Zugfahrzeugs mit betätigt wird. Dies gilt nicht für Anhänger mit Auflaufbremsen. Bei druckluftgebremsten Anhängern muß bei Betätigung der Feststellbremsanlage des Zugfahrzeugs auch die Betriebsbremsanlage des Anhängers mit betätigt werden können. Der Fahrzeugführer muß ständig in der Lage sein, sich darüber zu vergewissern, daß die Wirkung der Feststellbremse des Lastzuges ausreichend ist. Die Bremsen müssen leicht nachstellbar sein oder eine selbsttätige Nachstelleinrichtung haben. Die Feststellbremsung muß auch dann gewährleistet sein, wenn der Anhänger vom Zugfahrzeug getrennt ist. Die Feststellbremsanlage muß von einer Person seitlich neben oder hinter dem Fahrzeug betätigt werden können. Die Verbindungen von Druckluftbremsanlagen des Anhängers zum Zugfahrzeug müssen nach der Zwei- oder Mehrleitungsbauart ausgeführt sein. Die Bremsanlagen müssen so beschaffen sein, daß beim Abreißen oder bei Undichtheit der Verbindungseinrichtung zum Zugfahrzeug während der Fahrt der Anhänger selbsttätig gebremst wird. Auflaufbremsanlagen sind für Anhänger (außer Sattelauflieger) zulässig, wenn deren Gesamtmasse 3,5 t nicht übersteigt. An einachsigen Anhängern mit weniger als 750 kg Gesamtmasse ist keine eigene Bremsanlage erforderlich, wenn vom ziehenden Fahrzeug mit vollbeladenem Anhänger die vorgeschriebenen Bremswirkungen erreicht werden, beim Bremsen keines der Fahrzeuge seine Fahrspur verläßt und die Bestimmungen des § 12 eingehalten werden. (5) Kraftfahrzeuge zur Personenbeförderung mit mehr als 8 Sitzplätzen, außer Fhrersitz, und mit einer Gesamtmasse von mehr als 6,0 müssen zusätzlich zu den im Abs. 1 geforderten Bremsanlagen mit einer Motorbremse oder mit einer in der Bremswirkung gleichartigen Vorrichtung ausgerüstet sein. (6) Die Betriebsbremse von Kraftfahrzeugen, die mit gespeicherter elektrischer Energie angetrieben werden, kann eine elektrische Widerstands- oder Kurzschlußbremse sein. Die Bremsflächen brauchen nicht unmittelbar auf die Räder zu wirken. (7) Traktoren und selbstfahrende landwirtschaftliche Arbeitskraftfahrzeuge müssen eine Betriebsbremsanlage und eine Feststellbremsanlage besitzen; diese können mit Ausnahme der Betätigungseinrichtungen gemeinsame Teile aufweisen. Bei einer Störung an der Betriebsbremsanlage muß das Fahrzeug vom Fahrersitz aus zum Stillstand gebracht werden können. Die Betriebsbremsanlage muß mindestens auf die Räder einer Achse wirken. Betriebsbremsanlagen, die zur Unterstützung des Lenkens als Einzelradbremse ausgerüstet sind, müssen beim Befahren von öffentlichen Straßen so gekuppelt sein, daß eine gleichmäßige Bremswirkung gewährleistet ist. Die Verbindung von Druckluftbremsanlagen an Traktoren oder selbstfahrenden landwirtschaftlichen Arbeitskraftfahrzeugen mit einer Höchstgeschwindigkeit bis zu 40 km/h zum Anhänger muß nach der Ein- oder Mehrleitungsbauart ausgeführt sein. (8) Landwirtschaftliche Anhänger mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit bis zu 40 km/h müssen eine Betriebsbremsanlage und eine Feststellbremsanlage haben. Bis zu einer Gesamtmasse von 1,5 t ist keine Be-

triebsbremsanlage erforderlich. Anlaufbremsanlagen sind zulässig, wenn die Gesamtmasse 6,0 t nicht überschreitet. (9) Von Kraftfahrzeugen mitgeführte landund forstwirtschaftliche Arbeitsgeräte mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit bis zu 25 km/h müssen eine Betriebs- und eine Feststellbremsanlage haben. Bis zu einer Gesamtmasse von 3,0 t ist eine Betriebs- oder eine Feststellbremsanlage erforderlich. Auflaufbrernsanlagen sind zulässig, wenn die Gesamtmasse 8,0 t nicht überschreitet. Land- und forstwirtschaftliche Arbeitsgeräte, die nur im Fahren Arbeit verrichten können und deren Höchstgeschwindigkeit auf 10 km/h begrenzt ist, brauchen nicht mit einer Bremsanlage ausgerüstet zu sein. (10) Auf Nutzkraftfahrzeugen mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 t und mehrachsigen Anhängern sind mindestens zwei Vorlegekeile griffbereit mitzuführen. (11) Beim Mitführen vors Anhängern müssen die Bremsanlagen so aufeinander abgestimmt sein, daß Wirkungen der Betriebsbremsanlagen angemessen verteilt sind, insbesondere muß der Verband Zugfahrzeug und Anhänger so stabil bleiben, daß kein Ausbrechen aus der Fahrspur erfolgt. § 12 Bremswerte und Bremsprüfungen (1) Die im § 11 beschriebenen Bremsanlagen müssen den Fahrzeugführer in die Lage versetzen, mit seinem Kraftfahrzeug, auch bei mitgeführtem Anhänger, folgenden in Abhängigkeit von der Ausgangsgeschwindigkeit v(km/h) gegebenen Bremsweg s(m) nicht zu überschreiten: a) Krafträder und von diesen abgeleitete mehrspurige Kraftfahrzeuge, besetzt mit Fahrer Vorderradbremse

5

Bremsweg bei v = 40 km/h

s

Hinterradbremse

s <

Bremsweg bei v = 40 km/h

s

alle Bremsen gemeinsam

s

100 16,0 m

20,0 m v2

Bremsweg bei v = 40 km/h s 12,3 m b) Kraftfahrzeuge zur Personenbeförderung mit nicht mehr als 8 Sitzplätzen - außer Fahrersitz - und von diesen abgeleitete Kraftfahrzeuge C

Seit August 1981 wird für den Skoda S 105/120 eine neue Zusatzlüftung des Kraftstoffbehälters montiert, deren Bestandteil u. a. ein Gabelstück mit Absperrventil ist. Dieser Absperrmechanismus verhindert das Herausfließen des Kraftstoffes bei eventuellem Überschlagen des Pkw (Unfall). Die schematische Darstellung zeigt die Anordnung der Rohrleitungen und ihre Abmaße.

VERTRIEB

Glühlampenwechsel beim Skoda S 105/120 Die Skoda-Modelle der Baureihe 105/120 haben unterschiedliche Scheinwerfer. Der Glühlampenwechsel erfordert dementsprechend spezielle Handgriffe. Dazu einige Hinweise: Beim Rundscheinwerfer ist das äußere Maskenteil zu demontieren. An den Scheinwerferringen sind die Befestigungsschrauben zu lösen. Die Scheinwerferringe werden ein wenig gedreht und sind über die Köpfe dieser Schrauben herauszunehmen (Bild 1 und 2). Beim Ovalscheinwerfer (Bild 3) ist das äußere Maskenteil ebenfalls zu demontieren. Danach ist am Scheinwerfer die Befestigungsfeder zu lösen und der Hebel in der Richtung des Pfei-

men. Die Glühlampe der Begrenzungsleuchte ist aus dem Scheinwerfer herauszuziehen (einschließlich Fassung). In umgekehrter Reihenfolge werden neue Glühlampen montiert. Die Hauptglühlampen sind nach den Blockierungsansätzen ihrer Fassungen einzuführen. Die Zunge des Hauptglühlampenanschlusses muß bei Rundscheinwerfern im Kontakt mit der Fassung der Begren-

ls zu verschieben, bevor der Scheinwerfer

zungIuchtengIühlmpe sein

herausgenommen werden kann. Bei der Hauptglühlampe sind Klemmleiste oder Kabel (je nach der Ausführung des Scheinwerfers) herunterzuziehen und durch Drücken und Verdrehen des Verschlusses nach links Verschluß und Glühlampe abzuneh-

Achtung Glühlampen beim Einsetzen immer möglichst nur am Sockel anfassen. Der Glaskolben darf nicht mit bloßen Händen berührt werden (Saubere Stofflappen verwenden)!

VEB Imperhandel Berlin Ifa-Vertrieb für Importerzeugnisse, Betrieb des VEB Ifa-Kombinat für Pkw Autor: S. Keßler

1 - Fülleitung des Kraftstoffbehälters mit Entlüftungsschlauch 2 - Kraftstoffbehälter 3 - Zusatzlüftungsschlauch der linken Hälfte des Kraftstoffbehälters - Innendurchmesser 4,5 mm, Länge 1240 mm 4 - Gabelstück mit Absperrventil 5 - Zusatzlüftungsschlauch vom Gabelstück Bild 1 1 Seitenverstellungsschraube 2 Hähenverstellschraube 3 Scheinwerfer - Befe'tigungsschraube

6 - Zusatzlüftungsschlauch der rechten Hälfte des Kraftstoffbehälters (Innendurchmesser 3,5 mm, Länge 1640 mm)

Skoda 1000 MB

Ventile durchgebrannt

Bild 2 1 Seitenverstellungsschraube 2 Höhenverstellschraube 3 Scheinwerfer - Befestigungsschraube

Bild 3 1 ScheinwerferverstellungsschraUben 2 Einstell- und Befestigungshebel a) Grundlage b) Einstellungslage c) Demontierungslage 3 Scheinwerferbefestiguflgsfederfl 24

Ich fahre einen Skoda MB 1000. Nach 100 000 km entschloß ich mich, einen regenerierten Motor einbauen zu lassen, da der alte Motor zu viel 01 verbrauchte und auch die Leistung sehr stark nachließ. Nachdem der regenerierte Motor eingefahren war, mußte ich feststellen, daß er nicht mehr leistete als der alte. Als der Winter kam, sprang er schon bei +5 °C nicht mehr an. Da besorgte ich einen Kompressionsmesser und prüfte die Kompression. Der ermittelte Druck lag bei den einzelnen Zylindern zwischen 4 und 5,5 kp/cm'. Das schien mir zu wenig zu sein. Ich sah mir die Ventile näher an. Sie hatten am Ventilsitz einen verhältnismäßig starken Belag, der an einigen Stellen eingebrannt war. Nachdem ich neue Ventile eingebaut hatte, sprang der Motor bei den niedrigsten Temperaturen sofort an, die Leistung verbesserte sich ganz wesentlich und der Kraftstoffverbrauch sank. Sollte bei der Durchsicht versäumt worden sein, die Ventile nachzustellen? Claudio Kapitzki, Erfurt DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 10/1982

Lada

Kupplungsscheibe klebt fest Nach längerem Stillstand eines Pkw kommt es vor, daß die Kupplungsscheibe fest an der Schwungscheibe anklebt. Durch Treten des Kupplungspedals läßt sie sich dann nicht wieder lösen. Kraftfahrer wenden in diesem Fall verschiedene Methoden an. Ich helfe mir so: Ich schiebe den Wagen aus der Garage und lasse den Motor warmlaufen. Dann schieben zwei bis drei Helfer den Wagen, damit sich der erste Gang leichter einlegen läßt. Ich sitze hinter dem Lenkrad und trete das Kupplungspedal bis zum Anschlag durch. Während ich die Motorrdrehzahl gleichmäßig erhöhe - das Pedal bleibt durchgetreten - fahre ich etwa 300-400 Meter weit. Dabei löst sich die Kupplungscheibe in jedem Fall von der Schwungscheibe. Garagennachbarn hatten mit dieser Methode auch immer Erfolg. S. Shkarupa, Dsershinsk (UdSSR) (aus „Sa ruljom", 6/81)

Lada

Zündschloß regeneriert" Bei allen sowjetischen Pkw neuerer Produktion wird ein Zündschloß verwendet, in dem ein Plastteil bei Drehung den Strom in Richtung Magnetschalter (Anlasser) fließen läßt. Mit der Zeit schmilzt der Nocken des Plastteils oder nutzt sich so stark ab, daß der Kontakt nicht mehr hergestellt wird. „Regeneriert" werden kann der Nocken durch Auftragen von Epoxidharzkleber oder Aufschmelzen von Polyäthylen. Aber das läßt sich nicht immer machen. Bewährt hat sich auch, eine Schraube M2 (wie auf der Zeichnung abgebildet) einzusetzen. Dazu bohrt man an der Stelle des Nockens ein Loch mit einem Durchmesser von etwa 2 mm, dann ist Gewinde zu schneiden. Anstelle der Schraube kann auch ein Niet verwendet werden, der fest im Loch Sitzt. Um einen Kurzschluß auszuschließen, wird zwischen Achse und Schraube bzw. Niet (etwa 1 mm) ein Isolierstoff gebracht. Vorteilhaft ist Gummi oder Plast.

anstelle des serienmäßigen Schwimmers einen Tischtennisball verwenden. Mit einem Stück Netz aus Plast kann der Ball gut am Geberhebel befestigt werden. Wie das gemacht wird, ist auf der Zeichnung zu sehen. Die Enden des Netzes können mit Angelsehne verbunden werden - oder man verschmilzt sie mit einem heißen Lötkolben.

3

4

1 - Tennisball; 2 - Netz; 3 - Verbindung; 4 Geberhebel

Auspuff-Demontage

Es geht ohne Hammer Es ist oft schwierig, die Teile einer alten Auspuffanlage zu trennen, weil sie mit der Zeit festbrennen. Der Einsatz eines schweren Hammers führt zu Beschädigungen der Rohre oder des Schalldämpfers, ja sogar die Bodengruppe des Fahrzeuges kann Schaden nehmen. Das Trennen der Auspuffteile wird wesentlich erleichtert, wenn man eine Vorrichtung, wie sie auf der Abbildung dargestellt ist, verwendet. Die eine Schelle (2) sitzt frei be-

Tischtennisball als Schwimmer Beim Lada kommt es vor, daß der Plastschwimmer der Gebereinrichtung im Benzintank undicht wird. Repariert kann er werden mit Epoxidharzkleber oder mit geschmolzenen Polyäthylen. Wer sich ohne Einsatz eines neuen Schwimmers anders helfen muß, kann DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 10/1982

Tabelle 1: Vergleich der Fahrzeiteinsparung mit den Kraftstoffmehrkosten je 100 km in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit (Wartburg 353 W) Fahrgeschwindigkeit km/h 70

80

90

100

110

Einsparung an Fahrzeit min/100 km 31,2 19,0 25,7 10,7 70 80 0,46 8,3 15,0 20,5 6,7 12,2 90 1,07 0,61 100 2,29 1,83 1,22 5,5 110 4,59 4,13 3,52 2,30 Kraftstoffmehrkosten M/100 km

Fahrgeschwindigkeit

Demontage der Rohre: 1 - äußeres Rohr; 2 bewegliche Schelle; 3 - unbewegliche Schelle; 4 - Bolzen M 10 x 80; 5 - inneres Rohr; 6 - Schraube M 8 X 16; (Die Maße gelten für die Auspuffanlage des Lada.)

Lada

Auskunft über den Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeugs geben die Verbrauchskurven der Betriebsanleitungen für die einzelnen Fahrzeugtypen. So benötigt zum Beispiel der Wartburg 353W (Limousine) bei einer Geschwindigkeit von 90 km/h 8,4 1 und bei 100 km/h 9,2 1 Kraftstoff je 100 km, also 0,8 1 mehr. Das entspricht 1,22 Mark Mehrkosten für Kraftstoff je 100 Fahrkilometer. Darüber hinaus erhöhen sich auch die Kosten für Reifen und Reparaturen. Die genannten Kraftstoffmehrkosten sind, für sich betrachtet, aber meist nur wenig stimulierend für eine langsamere Fahrweise. Wesentlich überzeugender wirkt ein Vergleich der Kraftstoffmehrkosten mit der infolge höherer Geschwindigkeit eingesparten Zeit. Darüber geben Tabelle 1 und 2 Auskunft.

Tabelle 2: Kraftstoffmehrkosten in M je eingesparte Fahrstunde in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit (Wartburg 353 W)

4

1 - Kontaktteil, 2 - Achse, 3 - Schraube M2, 4 - Nocken

Tempofahren lohnt sich nicht

weglich auf dem Rohr (5) und liegt an der Kante des anderen Rohres (1) an. Die zweite Schelle (3) ist auf dem Rohr (5) befestigt. Wenn nun die Bolzen (4) angezogen werden, wird das äußere Rohr (1) vom inneren Rohr (5) geschoben. Diese Vorrichtung kann man auch zum Zusammenbau von Auspuffrohren verwenden, wenn vorher in die Schelle (2) Löcher mit einem Durchmesser von 10,5 mm gebohrt wurden. Sie ist auf dem äußeren Rohr zu befestigen. Die Bolzen schiebt man durch die vorhandenen Löcher. Dann sind sie in der Schelle (3) festzuschrauben. S. R.

km/h 70

80

90

100

80 90 100 110

4,41 7,32 12,09

10,92 17,31

25.09

2,58 3,38 5,35 8,83

Beispiele: Fahrgeschwindigkeit

100 im Vergleich zu 90 km/h 6,7 min je 100 km Einsparung an Fahrzeit 1,22 M je 100 km Kraftstoffmehrkosten 10,92 M je eingesparte Fahrstunde

Aus Tabelle 2 geht weiterhin hervor, daß beim Wartburg 353 W im Geschwindigkeitsbereich ab etwa 90 km/h die Kraftstoffmehrkosten infolge höherer Geschwindigkeit je eingesparte Fahrstunde beträchtlich ansteigen. Die angegebenen Zahlen gelten für die Fahrt mit annähernd konstanter Geschwindigkeit, z. B. auf der Autobahn. Bei stärker wechselnder Geschwindigkeit, wie es auf der Landstraße bzw. bei Kolonnenfahrt der Fall ist, sind die Kraftstoffmehrkosten je eingesparte Fahrstunde bei den genannten Geschwindigkeiten noch erheblich größer. Dr. H. Schellenberger, Böhlitz-Ehrenberg

25

Reifen für Pkw Die angegebenen Reifeninnendrücke gelten für Reifen mit Straßenprofilen bei normalen Fahrbedingungen und vollbesetztem Fahrzeug. (Wir haben als Redaktion schon mehrfach den Vorschlag unterbreitet und begründet, zuletzt im Beitrag „Druck-Sache', Heft 4/79, nicht nur die Reifeninnendrücke für die vollbesetzten Fahrzeuge anzugeben, sondern auch für halbbesetzte. Die Begründung soll hier nicht wiederholt werden. Leider sind solche differenzierten Angaben wiederum nicht gemacht worden. Wir bedauern das, weil damit Reserven für ein längeres Reifenleben und einen höheren Fahrkomfort nicht genutzt werden.) Der Reifeninnendruck ist regelmäßig am kalten Reifen zu kontrollieren. Wenn sich nach längerer Fahrt oder durch Sonnenbestrahlung der Druck erhöht, darf keine Luft abgelassen werden. Für lange Fahrstrecken mit relativ hohen Dauergeschwindigkeiten (also lange Autobahnfahrten) sollte der Reifeninnendruck um 20 bis 30 kPa erhöht werden. Werden Reifen mit M+S-Profil gefahren, ist grundsätzlich ein um 20 kPa höherer Druck zu fahren als in der Tabelle angegeben. (In der Tabelle und im Text wird die offizielle Maßeinheit kPa angegeben. Luftdruckprüfer weisen aber noch die alte Bezeichnung kp/cm2 auf. Wenn man die kPa-Werte durch hundert teilt, erhält man den kp/cm2-Wert. Ein Reifen, der z. B. mit 180 kPa gefahren werden soll, hat demnach einen umgerechneten Reifeninnendruck von 1,8 kp/cm2). Runderneuerte Reifen sind mit dem gleichen Reifeninnendruck zu fahren wie die entsprechenden Neureifen, soweit keine Sonderregelungen angegeben sind. Ist die Kombination verschiedener Reifen an einem Fahrzeug unumgänglich, sind grundsätzlich Reifen gleichen Fabrikates, gleicher Ausführung (schlauchlos oder mit Luftschlauch, gleicher Profilgestaltung und gleichen Abnutzungsgrades) achsweise zu montieren. Wenn M+S-Reifen nur auf einer Achse montiert werden, dann auf der Antriebsachse. Bei einer Kombination von Textil- und Stahlgürtelreifen sind die Schlauchgürtelreifen auf der Hinterachse zu montieren, auch bei Frontantrieb. (Generell gilt, daß die Reifen mit der besseren Seitenführungskraft hinten montiert werden sollen. Davon muß nur dann abgewichen werden, wenn ein hinterradgetriebenes Auto nur auf einer Achse - der Hinterachse - mit diagonalen M+S-Reifen bestückt werden kann. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß es nach wie vor gestattet ist, sogenannte Mischbereifung zu fahren, also auf einer Achse Diagonal- und auf der anderen Radialreifen. Wenngleich eine solche Kombination nach Möglichkeit vermieden werden sollte, ist sie manchmal nicht zu umgehen. Auch in diesem Fall gehören die besseren, die Radiaireifen, nach hinten.) Schlauchlose Radiaireifen (radial tubeless) dürfen nur auf Feigen mit Sicherheitsschulter -Humpfelgen- montiert werden. Als Ausnahme von dieser Regel ist die Feige 4 J X 13 vom Trabant auch für den Radialreifen 145 R 13 tubeless zugelassen worden.

Es sind mittlerweile fünf Jahre ins Land Die folgende Tabelle stützt sich auf ein Magegangen, seit wir die letzte Reifen- terial, das vom VEB Reifenkombinat Fürstenzuordnungstabelle veröffentlichten (siehe walde erarbeitet wurde und den Stand vom Heft 9/77). Seitdem hat es einige VerändeAugust 1982 verkörpert. Bei den allgemeinen rungen gegeben. Für einige Pkw ist die PaHinweisen geben wir ebenfalls die Fürstenlette der Reifen, die auf ihnen gefahren wer- walder Bemerkungen wieder, gestatten uns den dürfen, erweitert worden. Neue Pkw sind aber auch, redaktionelle Anmerkungen zu in den Handel gekommen, womit sich die machen. Diese setzen wir in Klammern. Frage nach der Austauschbereifung stellt.

Fahrzeugtyp

Feige

Citroen GSA Pallas

4 1/2 J

X

Dacia 1300

41/2 B

><

Bereifung

Reifeninnendruck inkPa vorn hinten

15

145 R 15 155R15

180 180

190 180

13

155 R 13 6.00-13

160 160

180 180

Fiat l28A Fiat Ritmo Fiat Mirafiori 131 CL

4.1/2J>< 13 41/2 B x 13 5 J x 13 H1

145R13 155 R 13 165 R 13

180 190 170

170 180 200

Lada 1200 und 1300 (WAS 2101 und 21011)

41/2 J x 13

Lada 1200 Kombi (WAS 2102)

4 1/2 J x 13 oder 5J >< 13 5J x 13

155_330/6.15._131 5.60-133 6.00-13 155R132 165R13 165-330/6.45-13 165R13

170 170 170 170 160 160 160

180 200 200 200 190 200 220

165-13 P4 165 R 13

170 170

180 180

Lada 1500 und 1600 (WAS 2103 und 2106) Mazda 323

41/2J >< 13 4 1/2J x 13 41/2J >< 15 41/2J >< 14

6.70-15 7.35/185-14 175R146 7.35/185-14

180 170 180 170

200 180 210 250

Zastava 1100

41/2J >
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